Der aktivistische Investor Elliott Investment Management hat sich eine erhebliche Beteiligung an der Deutschen Telekom gesichert. Wie Bloomberg und Reuters am Mittwoch berichteten, drängt Elliott den Konzern dazu, Pläne für eine Fusion mit der US-Tochter T-Mobile US aufzugeben. Stattdessen fordert der Investor, das Kapital für höhere Aktienrückkäufe einzusetzen.

Die Nachricht trifft auf eine Aktie, die bereits unter Druck steht: Der Kurs der Deutschen Telekom fiel am heutigen Freitag um 1,5 Prozent auf 28,36 Euro, nachdem das Papier bereits am Donnerstag bei 28,80 Euro geschlossen hatte. Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Minus von 11 Prozent zu Buche – ein Zeichen dafür, dass die strategische Unsicherheit rund um die Fusionspläne die Anleger bereits länger beschäftigt.

Rückkauf versus Fusion – ein alter Konflikt spitzt sich zu

Der Vorstoß von Elliott trifft auf eine Gemengelage, die sich seit Monaten aufbaut. Bereits Ende Juni hatten laut Handelsblatt vier Insider berichtet, dass die Pläne für eine Vereinigung von Deutscher Telekom und T-Mobile US in einer gemeinsamen Holding vorankommen.

Genau diese Strategie stellt Elliott nun infrage – der Investor sieht in einer Fusion offenbar keinen Mehrwert für die Aktionäre und plädiert für die direktere Route über Kapitalrückführungen.

Tatsächlich hat die Deutsche Telekom in dieser Richtung bereits vorgelegt: Der Vorstand beschloss am 6. August, das laufende Aktienrückkaufprogramm 2026 um bis zu drei Milliarden Euro bis Jahresende aufzustocken. Ob dies aus Sicht von Elliott ausreicht oder der Aktivist auf noch umfangreichere Rückkäufe drängt, ist bislang nicht bekannt.

Sicherheitsvorfall und Personalwechsel als weitere Belastungsfaktoren

Neben der strategischen Debatte sorgte am 27. August ein Sicherheitsvorfall für Schlagzeilen: Bei Testanrufen im Telekom-Netz wurden teilweise IMEI-Nummern sowie Geräte- und Betriebssystemdaten übermittelt. Die Ursache ist noch nicht abschließend geklärt, als möglicher Faktor gelten VoLTE-Konfigurationen.

Am selben Tag stufte Kepler-Cheuvreux-Analyst Florian Treisch die Aktie von „Buy“ auf „Hold“ herab und senkte das Kursziel von 35 auf 32 Euro – ein Schritt, der zeitlich mit dem Sicherheitsvorfall zusammenfiel.

Auch personell steht der Konzern vor einem Umbruch: Zum 1. November übernimmt Jan Hofmeyr, bislang bei AWS tätig, den Vorstandsposten für Produkt und Technologie von Dr. Abdurazak Mudesir. Zeitgleich wird Mladen Mitic neuer Chief Product & Digital Officer als Nachfolger von Jonathan Abrahamson. Im April 2027 folgt zudem Dhananjay Mirchandani intern auf Dr. Christian P. Illek als Finanzvorstand.

Anleger blicken auf Investorentag und Quartalszahlen

Für Klarheit in der Fusionsfrage könnte der Investorentag am 5. Oktober sorgen, bei dem sich der Konzern den Chancen der Künstlichen Intelligenz widmen will. Spätestens zu den Q3-Zahlen am 5. November dürfte der Markt vom Management eine Positionierung zu den Elliott-Forderungen erwarten.

Bis dahin bleibt die Aktie zwischen den beiden strategischen Optionen – Fusion oder Rückkauf – gefangen, wobei der Widerstand des Aktivisten die Fusionspläne zusätzlich erschwert.