Bei der Deutschen Telekom klaffen operative Realität und Börsenstimmung derzeit weit auseinander. Während das Papier nahe seinem Jahrestief bei 25,71 Euro notiert, liefert die Ratingagentur Fitch nun ein starkes Signal. Sie hebt die langfristige Kreditwürdigkeit des Bonner Konzerns an.
US-Tochter als Geldmaschine
Fitch stuft die Telekom von „BBB+“ auf „A-“ herauf. Der Ausblick bleibt stabil. Die Analysten begründen den Schritt mit dem deutlich verbesserten operativen Profil. T-Mobile US liefert mittlerweile den Großteil des Konzernergebnisses. Im September schüttet die US-Tochter eine Quartalsdividende von 1,02 US-Dollar je Aktie aus. Davon profitiert die Konzernmutter in Bonn direkt.
Das stärkt die Liquidität enorm. Bis zum Jahr 2027 plant das Management einen kumulierten überschüssigen Cashflow von rund 15 Milliarden Euro. Dieser finanzielle Spielraum sichert die aktionärsfreundliche Strategie ab.
Millionen für die Kurspflege
Parallel zum Upgrade stützt das Unternehmen den eigenen Aktienkurs. Zwischen dem 15. und 19. Juni kaufte die Telekom über 1,6 Millionen eigene Papiere. Der durchschnittliche Preis lag bei rund 27,30 Euro.
Insgesamt investierte der Konzern in dieser Woche etwa 45 Millionen Euro. Seit dem Start des Rückkaufprogramms Anfang April hat die Telekom bereits über 16,9 Millionen Aktien vom Markt genommen. Diese Käufe federn die aktuelle Kursschwäche ab.
Charttechnik und Quartalszahlen
Bisher reagiert der Markt verhalten. Am Dienstag schloss die Aktie bei 26,40 Euro. Seit Jahresbeginn verzeichnet das Papier damit ein Minus von gut fünf Prozent. Auch der wichtige gleitende Durchschnitt der vergangenen 50 Tage bleibt in weiter Ferne.
Aus technischer Sicht signalisiert der RSI mit einem Wert von 33,1 eine überverkaufte Marktsituation. Kein Wunder. Spekulationen über die vollständige Integration der US-Tochter hatten den Kurs zuletzt spürbar belastet.
Anfang August legt die Telekom ihre Zahlen für das Frühjahrsquartal vor. Dann erwartet der Markt konkrete Details zum operativen Gewinn. Das Jahresziel liegt bei rund 47,5 Milliarden Euro. Analysten sehen das mittlere Kursziel weiterhin bei 38 Euro.
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