Die Deutsche Telekom steht heute gleich zweifach im Rampenlicht. Medienberichten zufolge verfolgt der Konzern eine Fusion mit seiner US-Tochter T-Mobile US nicht weiter – zugleich rückt der Quartalsbericht für das zweite Jahresviertel näher, den das Unternehmen morgen vorlegt. Die Aktie gab im heutigen Handel um 1,89 Prozent auf 27,44 Euro nach, nachdem sie am Dienstag noch bei 27,97 Euro geschlossen hatte.
Fusionspläne mit T-Mobile US vom Tisch
Berichten zufolge verzichtet die Deutsche Telekom darauf, ihre Mehrheitsbeteiligung an T-Mobile US in eine vollständige Fusion zu überführen. Als Gründe werden regulatorische Hürden und steuerliche Probleme genannt. Hinzu kommt das im Vergleich zur Mutter höhere Wachstum der US-Tochter, das eine engere Verzahnung aus Konzernsicht weniger attraktiv erscheinen lässt. Auch das Management von T-Mobile US soll sich intern gegen eine Fusion ausgesprochen haben. Eine offizielle Bestätigung von Konzernseite steht bislang aus.
Für Anleger ist die Entwicklung nicht neu, das Thema begleitet die Aktie schon länger. Dass sich die Gerüchte nun in Richtung eines Rückzugs verdichten, nimmt dem Papier einen möglichen mittelfristigen Kurstreiber. Eine Fusion hätte der Deutschen Telekom direkteren Zugriff auf die Cashflows der profitablen US-Sparte verschafft. Ohne diesen Schritt bleibt die Beteiligungsstruktur vorerst unverändert, was die Aufmerksamkeit der Anleger stärker auf die operative Entwicklung des Konzerns lenkt.
Quartalszahlen im Fokus
Genau dort setzt der zweite große Termin der Woche an: An diesem Donnerstag veröffentlicht die Deutsche Telekom ihre Zahlen zum zweiten Quartal, das am 30. Juni endete. Analysten rechnen mit einem Gewinn je Aktie von 0,561 Euro, ein Plus von 3,89 Prozent gegenüber den 0,540 Euro im Vorjahresquartal. Beim Umsatz wird ein Anstieg auf 29,95 Milliarden Euro erwartet, nach 28,67 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum – ein Zuwachs von 4,46 Prozent.
Für das laufende Geschäftsjahr liegt die Konsensschätzung bei einem Gewinn je Aktie von 2,23 Euro, nach 1,97 Euro im Vorjahr. Der Jahresumsatz soll auf 122,95 Milliarden Euro klettern, verglichen mit 119,08 Milliarden Euro im vorangegangenen Geschäftsjahr. Sollte der Konzern diese Erwartungen bestätigen oder übertreffen, dürfte das die durch die Fusionsabsage entstandene Unsicherheit zumindest teilweise auffangen. Die Zahlen fallen in eine ohnehin dichte Berichtssaison: Am selben Tag legen unter anderem auch Siemens, Commerzbank, Merck KGaA und Henkel ihre Ergebnisse vor.
Kursbild bleibt angespannt
Der heutige Rückgang wirft die Aktie unter ihren 200-Tage-Durchschnitt zurück, der aktuell 3,98 Prozent über dem Kursniveau liegt. Das deutet auf einen mittelfristig noch angeschlagenen Trend hin, obwohl sich das Papier in den vergangenen 30 Handelstagen um 7,65 Prozent erholt hatte. Diese kurzfristige Stärke wird durch den heutigen Tagesverlust nun spürbar gedämpft.
Mit einer Marktkapitalisierung von 135,85 Milliarden Euro bleibt die Deutsche Telekom einer der Schwergewichte im DAX. Wie die Aktie auf die morgigen Zahlen reagiert, dürfte auch davon abhängen, ob der Konzern zur Fusionsfrage überhaupt Stellung nimmt. Bis zu einer offiziellen Einordnung durch das Unternehmen bleibt die Gemengelage aus Spekulation und Zahlenvorlage der bestimmende Faktor für den Kurs in den kommenden Handelstagen.
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