JPMorgan sieht bei der Deutschen Telekom bessere mittelfristige Ergebnisperspektiven. Das Analysehaus bestätigte heute seine Empfehlung „Overweight“ und das Kursziel von 38 Euro. Analyst Akhil Dattani hob wegen der jüngsten Dollarstärke mehrere Schätzungen an. Auch bei den erwarteten Aktienrückkäufen setzt er höher an.

Die Anpassungen betreffen Umsatz, operatives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen sowie Ergebnis je Aktie und die Cashflow-Kennzahl EFCF. Damit reicht die optimistischere Einschätzung über eine einzelne Ergebnisgröße hinaus. Der ausdrücklich genannte Auslöser ist allerdings die Währungsentwicklung, nicht eine neu gemeldete operative Verbesserung.

Höhere Rückkäufe im Analystenmodell

Für 2026 kalkuliert Dattani jetzt mit Aktienrückkäufen von 3,5 Milliarden Euro. Zuvor hatte er 2 Milliarden Euro angesetzt. Die zugrunde liegende JPMorgan-Studie erschien gestern.

Für Anleger ist die Unterscheidung zwischen Analystenerwartung und Unternehmensankündigung entscheidend: Die höhere Rückkaufsumme ist eine Annahme von JPMorgan. Sie stellt keine neue Zusage der Deutschen Telekom dar. Zugleich bleibt das Kursziel trotz der angehobenen Schätzungen unverändert. Die positivere Modellrechnung führt somit nicht zu einer höheren Zielmarke.

Am Markt findet diese Einschätzung bislang keinen positiven Widerhall: Die Aktie verzeichnet heute eine Tagesveränderung von -0,8%. Aus der Bewegung allein lässt sich allerdings keine Bewertung der einzelnen Analystenannahmen ableiten.

Quartalszahlen als nächster Prüfstein

Der nächste konkrete Termin für die Überprüfung der Geschäftserwartungen ist voraussichtlich der 5. November 2026. Dann soll die Deutsche Telekom ihre Ergebnisse für das abgelaufene Quartal vorlegen.

Bis dahin bleiben die Konsenswerte Erwartungen und keine gemeldeten Geschäftszahlen. Sie geben jedoch den Maßstab vor, an dem Anleger die Veröffentlichung messen können. Dabei ist zwischen den mittelfristigen Anpassungen von JPMorgan und den Schätzungen für das unmittelbar anstehende Zahlenwerk zu unterscheiden.

Für das dritte Quartal 2026 erwarten Analysten im Durchschnitt einen Gewinn je Aktie von 0,611 Euro. Im Vorjahresquartal waren es 0,500 Euro. Beim Umsatz rechnet der Konsens ebenfalls mit Wachstum.

Die Erwartungen beschränken sich damit nicht auf einen höheren Gewinn je Aktie. Auch die Erlösentwicklung soll gegenüber dem Vorjahresquartal zulegen.

Der geschätzte Quartalsumsatz liegt bei 30,58 Milliarden Euro, nach 28,94 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Das entspricht dem im Konsens ausgewiesenen erwarteten Wachstum von 5,67%.

Für die Aktie stehen damit zwei unterschiedliche Erwartungen im Raum: JPMorgan setzt auf günstigere Währungseffekte und höhere Rückkäufe. Der Quartalskonsens verlangt zugleich steigende Erlöse und einen höheren Gewinn je Aktie. Die Zahlenvorlage wird zeigen, wie gut die tatsächliche Geschäftsentwicklung diese Erwartungen trägt.