Die Deutsche Telekom-Aktie sendet aktuell zwei widersprüchliche Signale. Charttechnisch hellt sich das Bild auf. Fundamental sorgt eine Debatte um die künftige Konzernstruktur für Unruhe.
Am Freitag schloss das Papier bei 27,01 Euro. Das ist ein Plus von 1,09 Prozent zum Vortag. Auf Wochensicht steht ein Gewinn von 3,09 Prozent zu Buche.
Seit Jahresbeginn bleibt die Bilanz mit minus 2,81 Prozent aber negativ.
Chartsignal sorgt für Aufmerksamkeit
Am 17. Juli kreuzte der Kurs die 38-Tage-Linie nach oben. Charttechniker werten das als klassisches Aufwärtssignal. Zuvor hatte der Kurs bereits auf 26,98 Euro zugelegt.
Mit aktuell 27,01 Euro notiert die Aktie nur noch knapp unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 27,30 Euro. Der Relative-Stärke-Index liegt bei 55,7. Das deutet weder auf eine überkaufte noch überverkaufte Situation hin.
Zum 200-Tage-Durchschnitt von 28,71 Euro fehlen noch rund 5,93 Prozent. Vom 52-Wochen-Tief bei 23,54 Euro, erreicht am 30. Juni, hat sich die Aktie bereits um 14,74 Prozent entfernt. Zum Februar-Hoch von 34,35 Euro bleibt der Abstand mit gut 21 Prozent aber weiterhin groß.
JPMorgan sieht große Bewertungslücke
JPMorgan bestätigte am 10. Juli das Kursziel von 40 Euro und die Einstufung Overweight. Zum aktuellen Kurs entspricht das einem Aufschlag von rund 48 Prozent. Analyst Akhil Dattani begründet seine Einschätzung vor allem mit den erwarteten Gewinnsteigerungen je Aktie.
Seit dem Hoch im März 2025 hat die Aktie laut Dattani rund 30 Prozent verloren. Ausgelöst wurde der Rückgang durch eine Mischung aus strategischen und langfristigen Unsicherheiten.
Holding-Debatte bleibt Unsicherheitsfaktor
Ein Bericht der Neuen Zürcher Zeitung sorgte Mitte Juli für Gesprächsstoff. Das Management prüft demnach eine engere Verzahnung von Deutscher Telekom und T-Mobile US unter einem gemeinsamen Holdingdach. Ziel wäre es, die Bewertungslücke zur höher gehandelten US-Tochter zu schließen.
Mehrere Großaktionäre äußerten sich dazu kritisch. Ein nicht namentlich genannter Top-30-Aktionär warnte sogar vor Risiken für den Börsenwert des gesamten Konzerns.
Auch die Bundesregierung steht der Umstrukturierung offenbar skeptisch gegenüber. Sie hält rund 28 Prozent der Anteile. Die Deutsche Telekom selbst hat sich zu den Berichten bislang nicht offiziell geäußert.
Blick auf die kommende Handelswoche
Am 23. Juli öffnet T-Mobile US mit den Quartalszahlen den Datenreigen. Der Zwischenbericht der Deutschen Telekom folgt am 6. August. Bis dahin bleibt das laufende, milliardenschwere Aktienrückkaufprogramm ein wichtiger Kurs-Puffer bei Rücksetzern.
Mit einer Volatilität von 31,51 Prozent bleibt das Papier schwankungsanfällig. Sollte die Holding-Debatte vor den T-Mobile-Zahlen neue Wellen schlagen, dürfte sich das direkt im Kurs zeigen.
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