Ein Vierteljahr mit zweistelligen Verlusten, ein Kurs auf Mehrjahrestief – und trotzdem hält kein einziges großes Analystenhaus die Kaufempfehlung zurück. Bei der Deutschen Telekom klaffen Marktstimmung und fundamentale Einschätzung derzeit weit auseinander. Ausgerechnet in dieser Phase startet der Konzern die nächste Rückkauf-Tranche.

Rückkauf als Signal

Bis Ende September will die Telekom bis zu 23,5 Millionen eigene Aktien vom Markt nehmen. Der finanzielle Rahmen dafür liegt bei maximal 560 Millionen Euro. Insgesamt ist das laufende Rückkaufprogramm auf ein Volumen von zwei Milliarden Euro angelegt.

Operativ lieferte das Unternehmen zuletzt solide Zahlen. Im ersten Quartal übertraf der Gewinn je Aktie den Analystenkonsens um rund 17 Prozent – ein Kontrast zur schwachen Kursentwicklung.

Sorgenkind T-Mobile US

Ein Großteil des Kursdrucks geht auf die US-Tochter T-Mobile US zurück. Sie flog zuletzt aus wichtigen Indizes und geriet unter Spekulationen über einen möglichen Netzzugriff durch SpaceX‘ Starlink. BNP Paribas hält einen solchen Zugriff regulatorisch für kaum durchsetzbar. Zusätzliche Unsicherheit bringt die Debatte um eine mögliche Holding-Struktur mit der US-Tochter, die aus Sicht mancher Analysten zulasten der Telekom-Aktionäre gehen könnte.

Barclays senkte sein Kursziel von 39,50 auf 36,50 Euro und verwies auf ein schwierigeres Wettbewerbsumfeld in den USA sowie Risiken durch Satelliten-Konkurrenz für Breitbandanbieter. Am Kaufvotum hielt die Bank dennoch fest – die Aktie legte trotz der Zielsenkung zeitweise um 2,88 Prozent auf 24,99 Euro zu.

Was die Analysten sagen

Die Kursziele der großen Häuser liegen deutlich über dem aktuellen Niveau:

  • JPMorgan: 41,50 Euro
  • Citigroup: 38 Euro
  • UBS: 36,60 Euro
  • Barclays: 36,50 Euro (gesenkt von 39,50 Euro)

Der Konsens von knapp 38 Euro steht einem Aktienkurs von etwas mehr als 24 Euro gegenüber. Hinzu kommt eine Dividendenrendite von rund 4 Prozent, die in der aktuellen Marktphase zusätzliches Polster bietet.

Charttechnisch bleibt die Lage angeschlagen. Von über 34 Euro ging es binnen weniger Monate auf unter 24 Euro herunter, der RSI rutschte in überverkauftes Terrain. Die Marke von 25 bis 26 Euro dürfte nun die erste Bewährungsprobe sein – gelingt der Sprung darüber, öffnet sich Raum Richtung 28 bis 30 Euro. Scheitert die Erholung an dieser Hürde, bleibt ein erneuter Test der Tiefs um 20 Euro ein realistisches Szenario.