Ein Analyst senkt das Kursziel um drei Euro. Gleichzeitig genehmigt die US-Behörde FCC einen wichtigen Spektrumtausch für die Tochter T-Mobile US. Bei der Deutschen Telekom prallen diese Woche zwei gegensätzliche Signale aufeinander.

Die Aktie hatte am Dienstag mit 23,54 Euro ein neues 52-Wochen-Tief markiert. Am Donnerstag schloss sie bei 25,30 Euro. Das ist eine Erholung von rund 7,5 Prozent vom Tiefpunkt, seit Jahresbeginn steht aber weiterhin ein Minus von 9,22 Prozent zu Buche.

Barclays sieht neue Risiken im US-Geschäft

Die Investmentbank Barclays hat ihr Kursziel für die Deutsche Telekom von 39,50 Euro auf 36,50 Euro gesenkt. Analyst Mathieu Robilliard beließ die Einstufung zwar bei „Overweight“. Als Gründe für die Anpassung nennt er aber ein schwierigeres Wettbewerbsumfeld in den USA und wachsende Konkurrenz durch Satelliten-Internet-Anbieter wie SpaceX mit Starlink.

Zusätzlich beobachtet der Markt eine mögliche Holding-Struktur mit T-Mobile US kritisch. Eine solche Umstrukturierung würde die operative Komplexität erhöhen. Sie könnte zudem verändern, wie stark Telekom-Aktionäre direkt vom Gewinn der US-Tochter profitieren.

FCC genehmigt Spektrumtausch

Während die Analysten mahnen, kommt aus den USA ein positives Signal. Die FCC hat am Donnerstag einen Spektrumtausch zwischen T-Mobile US und dem Partner Grain genehmigt. T-Mobile gibt dabei Lizenzen im 800-MHz-Band ab und erhält im Gegenzug Frequenzen im 600-MHz-Bereich.

Der Tausch soll die Netzabdeckung und Kapazität in den USA verbessern. Allerdings sorgt ein anderes Thema für Nervosität bei Investoren: T-Mobile US drängt aktuell Millionen Bestandskunden aus älteren „Legacy“-Tarifen in teurere „Experience“-Pläne. Der Markt beobachtet genau, wie sich das auf die Kündigungsraten auswirkt.

Charttechnik zeigt erste Stabilisierung

Der RSI liegt bei 37,9 — die Aktie gilt damit als schwach, aber nicht mehr stark überverkauft. Zum 200-Tage-Durchschnitt von 28,80 Euro fehlen der Aktie aktuell 12,14 Prozent. Dieser Abstand unterstreicht den mittelfristigen Abwärtstrend.

Auf Jahressicht steht ein Minus von 18,44 Prozent zu Buche, gemessen am Kurs vor zwölf Monaten. Vom 52-Wochen-Hoch bei 34,35 Euro aus Ende Februar trennen die Aktie mittlerweile 26,35 Prozent.

Der nächste Quartalsbericht am 6. August dürfte Klarheit bringen. Investoren erwarten dann konkrete Zahlen zum freien Cashflow und erste Hinweise darauf, wie die Tarifumstellung in den USA bei den Kunden ankommt. Kurzfristig stützt das laufende Aktienrückkaufprogramm den Kurs — die neue Tranche ist erst zum 1. Juli gestartet.