Ver.di eröffnet heute in Bonn die Tarifrunde 2026 — und die Forderungen haben es in sich. Für rund 60.000 Beschäftigte verlangt die Gewerkschaft 6,6 Prozent mehr Lohn, dazu einen Mitgliederbonus von 660 Euro jährlich. Das trifft einen Konzern, der sich für dieses Jahr ehrgeizige Profitabilitätsziele gesetzt hat.

Zwei Kräfte, eine Bilanz

Die Deutsche Telekom steuert 2026 auf ein bereinigtes EBITDA von rund 47,4 Milliarden Euro zu — rund sieben bis zehn Prozent über dem Vorjahresniveau. Gleichzeitig läuft seit diesem Monat die zweite Tranche des Aktienrückkaufprogramms mit einem Volumen von bis zu 550 Millionen Euro, das bis Ende Juni abgeschlossen sein soll. Auf der Ausgabenseite könnten deutliche Lohnerhöhungen diese Kalkulation empfindlich stören.

Bis Ende Mai sind vier Verhandlungsrunden angesetzt — der nächste Termin folgt am 27. April in Siegburg, danach Mitte und Ende Mai. Wie weit ver.di und das Management aufeinander zugehen, bleibt vorerst offen.

Aktie unter Druck

Die Aktie notiert heute rund sechs Prozent im Minus bei 29,11 Euro und liegt damit klar unterhalb ihres 50-Tage-Durchschnitts von 31,91 Euro. Einen Teil des Rücksetzers erklärt der Dividendenabschlag nach der Hauptversammlung Anfang April, die eine Ausschüttung von 1,00 Euro je Aktie beschlossen hatte — elf Prozent mehr als im Vorjahr.

Den nächsten harten Faktencheck liefert der 13. Mai: Dann präsentiert die Telekom ihre Quartalszahlen für das erste Quartal 2026. Bis dahin dürfte der Fortschritt der Tarifverhandlungen maßgeblich bestimmen, wie Anleger die Margenaussichten des Konzerns einschätzen.