Die Deutsche Telekom hat mit ihren Zahlen zum zweiten Quartal 2026 gezeigt, dass das operative Geschäft auch ohne die geplatzte Fusion mit T-Mobile US kräftig wächst.
Der bereinigte Nettogewinn kletterte um 11,1 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro, das bereinigte EBITDA AL legte organisch um 7,3 Prozent auf 11,8 Milliarden Euro zu. Der Konzernumsatz stieg organisch um 3,3 Prozent auf 29,9 Milliarden Euro.
Fußball-WM beschert MagentaTV kräftigen Kundenschub
Besonders das Heimatgeschäft trug die Entwicklung: Im Segment Deutschland stieg der Umsatz um 3,7 Prozent. Treiber war unter anderem MagentaTV, das laut einem Bericht der Zeit signifikant von der Fußball-WM profitierte und rund eine Million Neukunden gewann. Der Pay-TV-Dienst zeigt damit, dass sportliche Großereignisse weiterhin ein wirksamer Hebel für das Endkundengeschäft der Telekom sind.
Parallel zu den Quartalszahlen meldete der Konzern einen technischen Fortschritt abseits des klassischen Netzausbaus: Am 5. August bestätigte die Telekom den erfolgreichen Test von Mobilfunk-Konnektivität aus der Stratosphäre. Das Verfahren soll künftig helfen, Versorgungslücken im Mobilfunknetz zu schließen – ein Ansatz, der besonders für schwer erreichbare Regionen relevant werden könnte.
Anhebung der Cashflow-Prognose und Rückkauf-Aufstockung als Rahmen
Vor diesem operativen Hintergrund hatte der Konzern bereits Anfang August die Prognose für den Free Cashflow AL für das Gesamtjahr auf rund 20 Milliarden Euro angehoben und das laufende Aktienrückkaufprogramm um 3 Milliarden Euro auf bis zu 5 Milliarden Euro aufgestockt.
Seither hat die Aktie rund 1,7 Prozent zugelegt – ein Beleg dafür, dass der Markt die Kombination aus stärkerem Cashflow und mehr Kapitalrückführung honoriert.
Die Ablehnung der milliardenschweren Fusion mit T-Mobile US durch das US-Tochterunternehmen bleibt zwar im Hintergrund präsent, rückt operativ aber zunehmend in den Hintergrund, da der Konzern die eigene Ertragskraft in den Vordergrund stellt.
Analysten bleiben mehrheitlich positiv gestimmt
Die jüngsten Analystenreaktionen fallen überwiegend wohlwollend aus. UBS-Analyst Polo Tang bestätigte am 7. August die Einstufung „Buy“ mit einem Kursziel von 36,20 Euro und hob dabei besonders die unerwartet deutliche Ausweitung des Aktienrückkaufs als positiven Impuls hervor.
Barclays-Analyst Mathieu Robilliard senkte am 10. August das Kursziel von 36 auf 35 Euro, beließ die Einstufung aber bei „Overweight“ – die Reduzierung begründete er mit verbleibenden Unsicherheiten rund um mögliche Neuordnungspläne der Konzernstruktur.
Oddo BHF und Berenberg äußerten sich Anfang August ebenfalls konstruktiv, mit Kurszielen von 33 beziehungsweise 35,20 Euro; Oddo BHF verwies dabei auf ein im Branchenvergleich günstiges Kurs-Gewinn-Verhältnis.
An der Börse notiert die Aktie am Freitag bei 28,69 Euro, ein Plus von 0,7 Prozent auf Tagessicht. Über die vergangenen 30 Tage steht ein Zuwachs von 8,3 Prozent zu Buche, auf Sicht von zwölf Monaten liegt das Papier hingegen 6,4 Prozent im Minus. Zum bisherigen Jahreshoch von 34,35 Euro klafft weiterhin eine spürbare Lücke.
Blick nach vorn: KI-Investorentag und Q3-Zahlen als nächste Marken
Für Anleger rücken nun zwei Termine in den Fokus: Am 5. Oktober veranstaltet die Telekom ein „AI Investor Event“, bei dem der Konzern seine strategische Nutzung von Künstlicher Intelligenz erläutern will. Am 5. November folgen die Zahlen zum dritten Quartal. Beide Termine dürften zeigen, ob sich das solide operative Momentum aus dem zweiten Quartal fortsetzt – und ob die angehobene Cashflow-Prognose tatsächlich Bestand hat.
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