Die Deutsche Telekom erhält von Analysten unterschiedliche Signale: Bernstein Research bestätigte gestern „Market-Perform“, während Deutsche Bank Research bei „Buy“ blieb. Damit reicht das Urteil von einer neutralen bis zu einer positiven Einschätzung. Preiserhöhungen und die Prüfung eines gemeinsamen Satellitenfrequenzgebots liefern unterdessen konkrete Ansatzpunkte für die Bewertung der weiteren Geschäftsentwicklung.

Zwei Kursziele, unterschiedliche Erwartungen

Medienberichten zufolge bestätigte Bernstein Research gestern ein Kursziel von 28,10 Euro. Deutsche Bank Research hielt am selben Tag an 40 Euro fest. Beim aktuellen Aktienkurs von 25,73 € liegen beide Zielmarken oberhalb des Börsenwerts je Aktie.

Die gemeinsame Richtung der Kursziele darf allerdings nicht über den Unterschied bei den Empfehlungen hinwegtäuschen. Bernstein verbindet seine Zielmarke mit einer neutralen Einstufung. Deutsche Bank Research spricht sich dagegen weiterhin für einen Kauf aus. Ein einheitlich positives Analystenurteil lässt sich daraus nicht ableiten.

Für Anleger ist diese Trennung wichtig: Ein Kursziel oberhalb der Notierung bedeutet nicht automatisch eine Kaufempfehlung. Die beiden bestätigten Bewertungen zeigen vielmehr, wie unterschiedlich die Häuser die Aktie einordnen. Kursziele bleiben dabei Erwartungen und sind keine Zusage für die weitere Kursentwicklung.

Höhere Preise als operativer Ansatzpunkt

Am 1. Oktober erhöhte die Deutsche Telekom die Preise für MagentaTV SmartStream sowie bestimmte DSL-, Glasfaser- und Hybrid-Angebote. MagentaTV SmartStream kostet regulär 20 statt 17 Euro monatlich.

Die Anpassungen betreffen damit mehrere Angebote, aber ausdrücklich nicht pauschal sämtliche Tarife. Für die Einordnung der Aktie sind sie ein konkreter geschäftlicher Schritt neben den Analystenurteilen. Höhere Angebotspreise allein belegen allerdings noch keinen entsprechenden Zuwachs bei Umsatz oder Gewinn.

Entscheidend ist deshalb die Unterscheidung zwischen einer umgesetzten Preismaßnahme und ihrem wirtschaftlichen Ergebnis. Die Preiserhöhung steht fest; ihre Wirkung auf das Geschäft darf nicht mit einer bereits gemeldeten Ergebnisverbesserung gleichgesetzt werden.

Satellitenpläne bleiben eine Prüfoption

Eine weitere Perspektive eröffnet die bereits unterzeichnete Absichtserklärung mit Orange, Telefónica und Vodafone. Laut Deutscher Telekom wollen die Unternehmen ein gemeinsames Gebot für die künftige Zuteilung europäischer Frequenzen für mobile Satellitendienste prüfen. Ein Satellitenpartner soll noch ausgewählt werden.

Damit geht es um eine mögliche gemeinsame Bewerbung, nicht um einen bereits erteilten Frequenzzuschlag. Für die Bewertung bleibt die Abstufung wesentlich: Die Preisanpassungen sind umgesetzt, das Satellitenvorhaben befindet sich im Prüfstadium. Die unterschiedlichen Analystenurteile stehen somit neben Geschäftsschritten mit klar voneinander abweichendem Reifegrad.