Starke Nachfrage, schwache Kurse. Bei der Deutschen Telekom klaffen operative Realität und Börsenstimmung derzeit weit auseinander. Der Konzern räumt sein Netz auf und liefert Rekordzahlen. Anleger zeigen sich davon unbeeindruckt.

Veraltete Technik fliegt raus

Die Telekom schaltet den MMS-Dienst am 30. Juni 2026 endgültig ab. Damit endet ein Stück Mobilfunkgeschichte. Nutzer weichen künftig auf den modernen RCS-Standard oder klassische SMS aus. Über RCS lassen sich multimediale Inhalte ohne Zusatzkosten verschicken.

Vodafone machte diesen Schritt bereits vor drei Jahren vor. Nun ziehen Telekom, Telefónica und 1&1 nach. Das spart den Anbietern Kosten für veraltete Infrastruktur. Das Netz wird effizienter.

Milliarden-Gewinne stützen den Kurs nicht

Operativ läuft es rund. Im ersten Quartal steigerte der Konzern den Umsatz auf knapp 30 Milliarden Euro. Das bereinigte Betriebsergebnis wuchs deutlich. Der Vorstand hob daraufhin die Jahresziele an. Für das laufende Jahr erwartet das Management nun ein operatives Ergebnis von rund 47,5 Milliarden Euro.

Die Börse honoriert das nicht. Im Gegenteil. Die Aktie rutschte heute auf 27,65 Euro ab. Damit notiert das Papier rund 11,5 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres.

Der charttechnische Druck wächst. Der Kurs fiel zuletzt unter die wichtige 50-Tage-Linie. Vom 52-Wochen-Hoch bei 34,35 Euro ist die T-Aktie mittlerweile fast 20 Prozent entfernt. Marktbeobachter registrieren eine wachsende Nervosität.

Wichtiger Termin am Freitag

Neben dem Netzausbau steht eine wichtige Personalie an. Ende Mai einigten sich ver.di und die Telekom auf einen neuen Tarifvertrag. Dieser betrifft Zehntausende Beschäftigte. Er sichert eine Laufzeit von fast drei Jahren.

Die finale Entscheidung der Tarifkommission fällt am 19. Juni 2026. Ein positives Votum beendet den Tarifstreit endgültig. Der Konzern hätte damit finanzielle Planungssicherheit bis Ende 2028.