Personelle Erschütterungen an der Vorstandsspitze, ein Kurs auf Sechsmonatstief und ein aktivistischer Investor im Nacken — bei der Deutschen Telekom kommt derzeit einiges zusammen. Während der Konzern sein Aktienrückkaufprogramm unbeirrt fortsetzt, sorgt der Umbau im Management für Diskussionsstoff unter Anlegern.

Gleich drei Vorstandsposten neu besetzt

Finanzvorstand Christian Illek verlässt das Unternehmen nach der Hauptversammlung Ende April 2027 aus Altersgründen. Sein Nachfolger steht bereits fest: Konzerncontroller Dhananjay Mirchandani übernimmt zum 1. Mai 2027. Er ist seit 2019 im Konzern und war zuvor unter anderem bei Vodafone Deutschland und der Boston Consulting Group tätig.

Vorausgegangen war der Abgang von Technikvorstand Abdu Mudesir, der zum US-Rivalen Verizon wechselt — ausgerechnet zur Netzwerksparte, die im direkten Wettbewerb zur Telekom-Tochter T-Mobile US steht. Als Ersatz kommt Jan Hofmeyr zum 1. November, vormals über zehn Jahre bei Comcast. Parallel übernimmt Mladen Mitic zum 1. Oktober die Rolle des Chief Product & Digital Officer und berichtet künftig an Hofmeyr.

Aufsichtsratschef Frank Appel wirbt für die Neuaufstellung und verweist auf Erfahrung und internationale Technologiekompetenz der Neuzugänge. In der Branche gibt es allerdings Zweifel, ob die Nachfolger an das Kaliber ihrer Vorgänger heranreichen. Die Aktie reagierte zuletzt mit Kursverlusten — auf Sicht von sechs Monaten steht ein Minus von über 13 Prozent zu Buche.

Rückkauf läuft weiter, Elliott bleibt im Spiel

Vom personellen Umbau unbeeindruckt zeigt sich das Aktienrückkaufprogramm. Zwischen dem 31. August und 4. September 2026 erwarb die Telekom knapp 2,9 Millionen eigene Aktien zu Durchschnittskursen zwischen 28,19 und 28,90 Euro. Seit Start des Programms am 10. August summiert sich das Volumen auf rund 8,1 Millionen Aktien.

Im Hintergrund bleibt die Debatte um den Einstieg des Investors Elliott präsent. Der Aktivist setzt auf ausgeweitete Rückkäufe statt auf eine Verschmelzung mit T-Mobile US — eine Position, die bei vielen Aktionären auf Zustimmung trifft, da die Fusionspläne als unbeliebt gelten.

Charttechnisch hält sich der Kurs seit rund drei Wochen um die Marke von 28 Euro, die zugleich dem 200-Tage-Durchschnitt entspricht. Als nächste Unterstützung gilt die Zone bei 26,53 Euro, darunter folgt die Marke von 25,50 Euro.

Für die kommenden Monate dürfte sich entscheiden, wer die Oberhand gewinnt: der fortlaufende Rückkauf als stabilisierender Faktor oder die Verunsicherung durch den Führungswechsel. Mit dem Amtsantritt von Hofmeyr im November und Mitic im Oktober bekommt der Markt erste Gelegenheit, die neue Mannschaft in der Praxis zu beurteilen.