Die Deutsche Telekom pumpt Milliarden in eigene Aktien. Der Kurs sackt trotzdem ab, nahe am Jahrestief. Diese Diskrepanz zwischen Rückkauf-Offensive und Kursverlauf treibt Anleger derzeit um.

Kursrutsch auf breiter Front

Am Freitag schloss der Titel bei 25,20 Euro. Binnen einer Woche verlor die Aktie 4,22 Prozent. Auf Monatssicht summiert sich das Minus auf 10,16 Prozent.

Seit Jahresbeginn steht ein Rückgang von 9,58 Prozent zu Buche. Über zwölf Monate sind es sogar 18,76 Prozent.

Erst am 30. Juni fiel die Aktie auf ein neues 52-Wochen-Tief von 23,54 Euro. Das bisherige Rekordhoch liegt bei 34,35 Euro, markiert Ende Februar 2026. Der Abstand dazu beträgt inzwischen 26,64 Prozent.

Auch die technischen Indikatoren zeigen ein angeschlagenes Bild. Der 14-Tage-RSI notiert bei 36,9. Der Kurs liegt unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 27,54 Euro und auch unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 28,78 Euro.

Hinzu kommt eine hohe Schwankungsbreite: Die annualisierte Volatilität der vergangenen 30 Tage liegt bei 28,92 Prozent.

Der Rückkauf läuft weiter

Seit Wochenbeginn kauft der Konzern die dritte Tranche seines Aktienrückkaufprogramms zurück. Bis spätestens 30. September 2026 fließen dafür bis zu 560 Millionen Euro, abgewickelt ausschließlich über Xetra.

In der vorherigen Tranche erwarb die Telekom im zweiten Quartal rund 19,4 Millionen Aktien für etwa 543,4 Millionen Euro. Das gesamte Programm sieht bis Ende 2026 ein Volumen von bis zu 2 Milliarden Euro vor, verteilt auf mehrere Tranchen.

Trotz dieser kontinuierlichen Nachfrage kann der Rückkauf den Abwärtstrend bislang nicht stoppen. Operative Stärke und Kursverlauf laufen auseinander.

Fusionsspekulationen als Belastungsfaktor

Ein wesentlicher Belastungsfaktor bleiben Medienberichte über eine mögliche Fusion mit der US-Tochter T-Mobile US. Das „Wall Street Journal“ berichtet, der Konzern prüfe eine Vollverschmelzung über eine neue Holdinggesellschaft. Eine offizielle Bestätigung der Deutschen Telekom steht bislang aus.

Die Deutsche Telekom hält bereits mehr als 53 Prozent an T-Mobile US. Die US-Tochter ist inzwischen für mehr als 70 Prozent des Börsenwerts des Konzerns verantwortlich.

Ein solcher Schritt müsste erhebliche regulatorische Hürden überwinden. Bundesregierung und KfW halten zusammen rund 28 Prozent an der Deutschen Telekom. Ihre Zustimmung gilt als alles andere als sicher.

Der nächste konkrete Impulsgeber dürfte die Zahlenvorlage im August sein. Dann veröffentlicht die Deutsche Telekom ihre Ergebnisse für das zweite Quartal 2026. Bis dahin bestimmen Rückkäufe, Fusionsspekulationen und die technisch angeschlagene Kursverfassung das Bild der Aktie.