Starke Analystenbewertungen treffen auf einen massiven Kurseinbruch. Bei der Deutschen Telekom klaffen Expertenmeinung und Marktrealität derzeit weit auseinander. Der jüngste Rutsch unter wichtige technische Marken weckt berechtigte Sorgen bei Investoren.

Chartbild signalisiert Schwäche

Das technische Bild hat sich massiv verschlechtert. Am Montag verzeichnete das Papier mit einem Minus von über sechs Prozent den größten Tagesverlust im DAX. Aktuell notiert der Kurs bei 28,74 Euro. Damit summieren sich die Verluste der vergangenen 30 Tage auf fast 13 Prozent.

Die Aktie hat die wichtige 200-Tage-Linie bei 29,57 Euro nach unten durchbrochen. Ein klares Signal. Der RSI-Wert von 28,7 unterstreicht die aktuell angespannte und überverkaufte Marktsituation.

Analysten bleiben optimistisch

Analysten sehen die Lage deutlich entspannter. Die Deutsche Bank belässt ihre Einstufung auf „Buy“ mit einem Kursziel von 42 Euro. Analyst Robert Grindle hält die Bonner für stark unterbewertet. Das gilt besonders, wenn man den Wert der erfolgreichen US-Tochter T-Mobile im Bewertungsmodell ausklammert. Grindle ordnet das Papier als defensiven Favoriten ein.

Lohnstreit trifft auf Aktienrückkäufe

Parallel dazu versucht das Management, den Kurs aktiv zu stützen. Bis Ende Juni kauft der Konzern eigene Aktien für bis zu 550 Millionen Euro zurück. Aktionäre erhalten für das abgelaufene Jahr eine steuerfreie Dividende von 1,00 Euro.

Im Hintergrund braut sich allerdings ein Konflikt zusammen. Die Gewerkschaften fordern für 60.000 Beschäftigte ein Lohnplus von 6,6 Prozent. Das Unternehmen peilt für 2026 ein bereinigtes EBITDA von 47,4 Milliarden Euro an. Deutlich steigende Personalkosten lassen für dieses anvisierte Jahresziel nur wenig Spielraum.

Klare Marken auf der Unterseite

Der anhaltend hohe Verkaufsdruck bleibt die größte kurzfristige Hürde. Fällt der Kurs nachhaltig unter die Marke von 28 Euro, rückt schnell das 52-Wochen-Tief bei 26,45 Euro in den Fokus. Dort wartet die nächste starke Unterstützungszone aus dem vergangenen Herbst.