Die Deutsche Telekom hat am heutigen Donnerstag mit ihren Zahlen zum zweiten Quartal 2026 die Erwartungen übertroffen und reagiert darauf mit einer doppelten Offensive: einer angehobenen Jahresprognose und einem deutlich größeren Aktienrückkaufprogramm. Der Konzern begründet die Ausweitung der Rückkäufe laut einer Mitteilung explizit mit der aus seiner Sicht „niedrigen Bewertung“ der Aktie am unteren Rand historischer Kurs-Gewinn-Korridore.

Starkes Quartal treibt die Prognose

Der Konzernumsatz kletterte im zweiten Quartal um 4,4 Prozent auf 29,93 Milliarden Euro. Das bereinigte EBITDA AL wuchs um 7,5 Prozent auf 11,82 Milliarden Euro und lag damit über dem von Analysten erwarteten Konsens von 11,7 Milliarden Euro, wie Reuters und das Unternehmen selbst meldeten. Der bereinigte Konzernüberschuss stieg um 11,1 Prozent auf 2,78 Milliarden Euro.

Auf Basis dieser Entwicklung hob der Vorstand die Jahresprognose für den Free Cashflow AL 2026 per Ad-hoc-Mitteilung auf rund 20,0 Milliarden Euro an – zuvor hatte der Konzern mehr als 19,8 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Die Anhebung fällt zwar auf den ersten Blick moderat aus, signalisiert aber operative Stärke über nahezu alle Bereiche des Konzerns.

Rückkaufprogramm wächst auf fünf Milliarden Euro

Parallel zur Prognoseanhebung beschloss der Vorstand, das laufende Aktienrückkaufprogramm um 3 Milliarden Euro aufzustocken. Für das Gesamtjahr 2026 sind damit bis zu 5 Milliarden Euro für Rückkäufe vorgesehen. Die zusätzliche Tranche soll laut einer Mitteilung über EQS News zwischen dem 10. August und dem 22. Dezember 2026 umgesetzt werden.

Wie weit der Konzern bei der ursprünglichen Kapitalmaßnahme bereits vorangekommen ist, zeigt der jüngste Zwischenstand: Bis einschließlich gestern wurden im Rahmen des ursprünglichen 2-Milliarden-Euro-Programms rund 1,2 Milliarden Euro für den Rückkauf von etwa 42,1 Millionen Aktien aufgewendet. Mit der neuen Tranche verdoppelt sich das Volumen für institutionelle wie private Anleger, die vom sinkenden Streubesitz und der damit verbundenen Gewinnverdichtung pro Aktie profitieren könnten.

Kurs reagiert deutlich auf die Nachrichten

Die Börse honoriert das Zahlenwerk unmittelbar: Die Aktie notiert aktuell bei 28,07 Euro und legt am heutigen Handelstag um 2,26 Prozent zu. Der Titel bleibt damit allerdings weiterhin 18,28 Prozent von seinem 52-Wochen-Hoch von 34,35 Euro entfernt, das Ende Februar erreicht wurde. Die Erholung der vergangenen Wochen – befeuert auch von den heutigen Zahlen – zeigt, dass Anleger die operative Entwicklung inzwischen wieder positiver bewerten als noch im ersten Halbjahr.

Rückenwind aus den USA, verhaltene Analystenstimme

Rückenwind kommt auch von der US-Tochter T-Mobile US, die für das zweite Quartal 2026 einen bereinigten Gewinn je Aktie von 2,99 US-Dollar über den Erwartungen meldete und ihre eigene Jahresprognose für den Free Cashflow auf 18,4 bis 18,8 Milliarden US-Dollar anhob, wie Reuters berichtete. Der US-Markt bleibt damit eine wesentliche Ertragsstütze für den Bonner Konzern.

Verhaltener fiel zuletzt die Einschätzung von JPMorgan aus: Die Bank senkte am 27. Juli ihr Kursziel für die Deutsche Telekom von 40,00 auf 38,00 Euro, beließ die Einstufung jedoch unverändert. Die nächste Standortbestimmung folgt mit den Ergebnissen zum dritten Quartal, die der Konzern für den 5. November angekündigt hat.