Korruptionsermittlungen in der Glasfasersparte, ein neues Verbraucherrecht im Mobilfunk und ein Kurs nahe am Jahrestief — die Deutsche Telekom startet mit einer ungewöhnlich dichten Nachrichtenlage in die neue Woche.
Razzia bei Telekom-Tochter
Am frühen Morgen des 21. April durchsuchte das Landeskriminalamt NRW im Auftrag der Kölner Staatsanwaltschaft rund 40 Wohn- und Geschäftsräume sowie Bankschließfächer — überwiegend im Ruhrgebiet, am Niederrhein und im Rheinland. Auch Räume der Telekom Technik GmbH in Bonn waren betroffen. Ermittelt wird gegen zehn Beschuldigte wegen Bestechung im geschäftlichen Verkehr, Untreue und Geldwäsche.
Im Zentrum steht ein 37-jähriger Telekom-Mitarbeiter, der für Auftragsvergaben im Glasfaserausbau zuständig war. Er soll einem Duisburger Bauunternehmer lukrative Projekte zugeschanzt und dafür jeweils drei Prozent der Auftragssumme kassiert haben — nach bisherigen Erkenntnissen ein mittlerer sechsstelliger Betrag. Die Ermittler froren Vermögen von über einer halben Million Euro ein.
Ein wichtiges Detail: Die Telekom selbst hat den Fall ins Rollen gebracht. Nach einem anonymen internen Hinweis leitete das Unternehmen eine eigene Untersuchung ein, erhärtete den Anfangsverdacht und erstattete dann Anzeige. Seit Herbst 2025 liefen die Ermittlungen zunächst verdeckt. Das spricht für funktionierende Compliance-Strukturen — zeigt aber auch, wie anfällig der politisch stark geförderte Glasfaserausbau für Unregelmäßigkeiten sein kann.
Minderungsrecht und Netzdaten
Parallel trat am 20. April ein neues regulatorisches Instrument in Kraft. Die Bundesnetzagentur aktivierte ein Minderungsrecht im Mobilfunk: Wer dauerhaft erheblich schlechtere Leistung erhält als vertraglich vereinbart, kann sein Entgelt kürzen oder den Vertrag außerordentlich kündigen.
Für die Telekom hält sich das Risiko in Grenzen. Das Unternehmen erreichte Ende 2025 laut Bundesnetzagentur 92,5 Prozent der deutschen Fläche mit 4G und 87,9 Prozent mit 5G — eine Ausgangslage, die kaum Angriffsfläche für Massenminderungen bietet.
Kurs unter Druck, Q1-Zahlen im Mai
An der Börse hinterlässt das Umfeld Spuren. Die Aktie notiert bei 27,61 Euro und liegt damit rund 19 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 34,25 Euro. Allein in den vergangenen 30 Tagen hat das Papier mehr als 14 Prozent verloren und handelt klar unterhalb des 200-Tage-Durchschnitts.
Der nächste konkrete Prüfstein ist der 13. Mai 2026: Dann veröffentlicht die Telekom ihre Quartalszahlen für das erste Quartal. Das Management peilt für das Gesamtjahr ein bereinigtes EBITDA AL von rund 47,4 Milliarden Euro an. Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll auf etwa 2,20 Euro steigen — Analysten liegen im Konsens bei 2,17 Euro, was einem Plus von rund zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr entspräche. Wie überzeugend der Konzern diese Ziele untermauert, dürfte maßgeblich bestimmen, ob der Kurs wieder Boden findet.
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