Die Deutsche Telekom hat mit dem heutigen Handelstag eine neue Phase ihres Aktienrückkaufs eingeläutet. Das Papier legte am Dienstag um 1,46 Prozent auf 28,58 Euro zu und nähert sich damit wieder seiner 200-Tage-Linie an, von der es nur noch 0,07 Prozent entfernt notiert. Der Kursanstieg fällt zeitlich mit dem Start der aufgestockten Rückkauftranche zusammen, die der Vorstand vergangene Woche beschlossen hatte.

Aufgestocktes Programm nimmt Fahrt auf

Der Konzern erweitert sein laufendes Rückkaufprogramm 2026 um bis zu 3 Milliarden Euro auf insgesamt bis zu 5 Milliarden Euro, wie die Deutsche Telekom in einer Ad-hoc-Mitteilung bekanntgab.

Die zusätzlichen Käufe können zwischen dem 10. August und dem 22. Dezember 2026 in einer oder mehreren Tranchen erfolgen. Das ursprüngliche 2-Milliarden-Euro-Programm war zu diesem Zeitpunkt bereits zu 60 Prozent umgesetzt: Der Konzern hatte 1,2 Milliarden Euro investiert und dafür 42,1 Millionen eigene Aktien vom Markt genommen.

Getragen wird die Kapitalrückführung von robusten Geschäftszahlen. Im zweiten Quartal 2026 erzielte die Deutsche Telekom einen Konzernumsatz von 29,9 Milliarden Euro, organisch ein Plus von 3,3 Prozent. Das bereinigte EBITDA nach Leasing kletterte organisch um 7,3 Prozent auf 11,8 Milliarden Euro, der bereinigte Konzernüberschuss stieg um 11,1 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro. Der freie Cashflow nach Leasing erreichte 5,0 Milliarden Euro, ein Zuwachs von 3,1 Prozent.

Guidance angehoben, US-Tochter liefert

Auf Basis dieser Entwicklung hob der Konzern seine Jahresprognose für den freien Cashflow nach Leasing auf rund 20,0 Milliarden Euro an, nachdem zuvor „mehr als 19,8 Milliarden Euro“ in Aussicht gestellt worden waren.

Wesentlichen Anteil daran hat die US-Tochter T-Mobile US, die im zweiten Quartal einen Service-Umsatz von 19,0 Milliarden US-Dollar auswies, ein Plus von 8,9 Prozent, bei einem bereinigten EBITDA nach Leasing von 9,3 Milliarden US-Dollar.

Die Zahl der Postpaid-Kunden legte um 277.000 auf 34,7 Millionen zu. Im Heimatmarkt profitierte das Deutschland-Geschäft von der Fußball-Weltmeisterschaft: MagentaTV gewann rund eine Million neue Kunden hinzu, dazu kamen 218.000 neue Mobilfunk-Vertragskunden und 161.000 neue reine Glasfaser-Nutzer.

Ein Schatten liegt allerdings über den US-Ambitionen des Konzerns. Führungskräfte von T-Mobile US teilten der Deutschen Telekom als Mehrheitsaktionärin mit, die geplante Fusion im Volumen von 300 Milliarden US-Dollar nicht mehr zu unterstützen, wie die Nachrichtenagentur Dow Jones berichtete. Das Vorhaben, das die Marktstellung in den USA erheblich verändert hätte, gilt damit als gescheitert.

Analysten kürzen Kursziele trotz starker Zahlen

Diese Unsicherheit rund um die US-Strategie schlägt sich in den jüngsten Analystenreaktionen nieder. Barclays senkte am Montag das Kursziel von 36 auf 35 Euro, beließ die Einstufung jedoch bei „Overweight“.

Bereits Ende Juli hatte JPMorgan sein Kursziel von 40 auf 38 Euro reduziert, ebenfalls unter Beibehaltung von „Overweight“ – als Begründung nannte das Haus überarbeitete Annahmen zu T-Mobile US. Beide Institute bleiben damit trotz der Abstriche grundsätzlich positiv gestimmt, was angesichts der starken operativen Zahlen im zweiten Quartal wenig überrascht.

Für Anleger bleibt der Blick nun nach vorn gerichtet: Am 5. Oktober plant der Konzern ein Investorenevent zu seinen Aktivitäten im Bereich künstlicher Intelligenz, am 5. November folgen die Zahlen zum dritten Quartal. Beide Termine dürften zeigen, ob sich das aufgestockte Rückkaufprogramm und die angehobene Cashflow-Prognose auch im weiteren Jahresverlauf tragen lassen.