Die Deutsche Telekom hat einen schwarzen Tag erwischt. Enttäuschende Quartalszahlen der US-Tochter T-Mobile US drücken die Aktie des Bonner Konzerns am Donnerstag deutlich ins Minus. Der Titel notiert aktuell bei 26,23 Euro und verliert damit 3,53 Prozent – ein Kursrutsch, der die charttechnische Lage weiter eintrübt.
T-Mobile US verfehlt Umsatzerwartungen trotz starkem Gewinn
Auslöser der Kursbewegung sind die am Mittwochabend veröffentlichten Zahlen von T-Mobile US zum zweiten Quartal 2026. Auf den ersten Blick liefert die Mehrheitstochter solide Werte: Der Gewinn je Aktie kletterte auf 2,99 US-Dollar und übertraf damit den Analystenkonsens von 2,59 US-Dollar deutlich. Auch beim Kundenwachstum überraschte T-Mobile US positiv – 277.000 neue Postpaid-Kunden kamen hinzu, mehr als die von Analysten erwarteten rund 259.000 beziehungsweise 272.300. Der Umsatz je Kunde (ARPA) stieg um 2 Prozent auf 152,91 US-Dollar, der Serviceumsatz legte um 9 Prozent zu, das bereinigte Core-EBITDA sogar um 12 Prozent.
Der Umsatz insgesamt kletterte um 7,9 Prozent auf 22,79 Milliarden US-Dollar – verfehlte damit aber die Konsensschätzung von 22,95 Milliarden US-Dollar. Zusätzlich belastete, dass der Nettogewinn trotz der operativen Stärke stagnierte. Grund dafür waren Abschreibungen von 146 Millionen US-Dollar im Zusammenhang mit der UScellular-Übernahme sowie 46 Millionen US-Dollar für eine Netzrestrukturierung. An der Wall Street reagierten Anleger prompt: Die T-Mobile-US-Aktie brach vorbörslich zeitweise um mehr als 5 Prozent ein.
Positiv stach das Segment der Premium-Tarife hervor: 60 Prozent der Neukunden entschieden sich für höherwertige Angebote, was T-Mobile US zu einer angehobenen Cashflow-Prognose bewog. Das Management erwartet für das Gesamtjahr nun einen bereinigten freien Cashflow von 18,4 bis 18,8 Milliarden US-Dollar, nach zuvor 18,1 bis 18,7 Milliarden US-Dollar. Die Dividende von 1,02 US-Dollar je Aktie soll im September ausgezahlt werden.
Anleger strafen die Muttergesellschaft ab
Für die Deutsche Telekom, die über T-Mobile US ihren wichtigsten Wachstumsmarkt in den Vereinigten Staaten abbildet, wiegt der Umsatzverfehl schwerer als der Gewinnsprung. Die Aktie fiel im Verlauf des Handelstages um 3,75 Prozent auf 26,21 Euro, ehe sie sich im weiteren Verlauf bei aktuell 26,23 Euro einpendelte. Charttechnisch macht sich der Verkaufsdruck bemerkbar: Der Kurs notiert inzwischen 3,64 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 27,22 Euro und hat sich damit weiter von seiner mittelfristigen Trendlinie entfernt.
Noch deutlicher fällt der Blick auf die längere Frist aus. Zum 52-Wochen-Hoch von 34,35 Euro, erreicht Ende Februar 2026, beträgt der Abstand mittlerweile 23,64 Prozent. Die Aktie bewegt sich damit spürbar näher an ihrem 52-Wochen-Tief von 23,54 Euro aus Ende Juni als an ihrem Jahreshoch – ein Zeichen dafür, dass der Aufwärtstrend der vergangenen Monate ins Stocken geraten ist.
Der Wettbewerbsdruck in den USA bleibt dabei ein Thema für Anleger: Konkurrent AT&T meldete für das zweite Quartal einen Nettozugang von 432.000 Mobilfunkkunden und übertraf damit ebenfalls die Erwartungen von 338.500. Der bereinigte Gewinn von AT&T lag bei 65 Cent je Aktie, verglichen mit einer Prognose von 59 Cent – die AT&T-Aktie legte daraufhin um 4 Prozent zu. Der Vergleich unterstreicht, dass sich der US-Mobilfunkmarkt zunehmend um Marktanteile im Premiumsegment dreht, in dem sich T-Mobile US bislang behaupten konnte, nun aber genauer beobachtet werden muss.
Blick auf den 6. August
Für die Deutsche Telekom selbst richtet sich der Blick nun auf den eigenen Quartalsbericht, den der Konzern am 6. August vorlegen will. Anleger dürften dabei genau darauf achten, wie sich die Entwicklung in den USA auf Konzernebene niederschlägt und ob das Management an seinen bisherigen Jahreszielen festhält. Bis dahin bleibt die Aktie anfällig für weitere Ausschläge, sollte sich die Skepsis der US-Investoren gegenüber T-Mobile US nicht rasch auflösen.
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