Am 13. April beginnt die Deutsche Telekom ihre Tarifverhandlungen mit ver.di — zu einem Zeitpunkt, der für den Konzern durchaus heikel ist. Die Aktie hat zuletzt nachgegeben, und die Märkte beobachten genau, wie sich die Lohnforderungen auf die ambitionierte Jahresprognose auswirken.
Was ver.di fordert
Die Gewerkschaft verlangt für rund 60.000 Tarifbeschäftigte eine Entgelterhöhung von 6,6 Prozent bei zwölf Monaten Laufzeit. Hinzu kommt ein Mitgliederbonus von 660 Euro jährlich sowie eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um monatlich 120 Euro. Auf der Verhandlungsagenda stehen außerdem Kündigungsschutz und Beschäftigungsperspektiven im Zuge der digitalen Transformation. Insgesamt sind vier Termine bis Ende Mai angesetzt.
Kostendruck trifft auf Margenprognose
Personalkosten sind bei der Telekom ein erheblicher Kostenfaktor — besonders im Kundenservice und bei den Feldkräften. Die Jahresprognose des Managements, die ein bereinigtes EBITDA von 47,4 Milliarden Euro anpeilt, entstand noch vor diesen konkreten Forderungen.
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Gleichzeitig kämpft der Konzern an einer weiteren Front: Der Glasfaserausbau schreitet zwar in Rekordtempo voran, jedoch bleiben viele neu gebaute Anschlüsse bislang ungenutzt — was die Rentabilität der Investitionen bremst.
Immerhin: Der Free Cashflow AL stieg im Geschäftsjahr 2025 um zwei Prozent auf 19,5 Milliarden Euro. Diese finanzielle Substanz gibt dem Unternehmen Spielraum in den Verhandlungen. Parallel läuft die zweite Tranche des Aktienrückkaufprogramms mit einem Volumen von bis zu 550 Millionen Euro — Abschluss ist für Ende Juni geplant.
Quartalszahlen als nächster Prüfstein
Neben den Verhandlungsterminen am 11./12. Mai und 26./27. Mai steht am 13. Mai ein wichtiger Datenpunkt an: die Ergebnisse für das erste Quartal 2026. Dann wird erstmals sichtbar, ob sich der Kostendruck aus der Tarifrunde bereits in den Zahlen niederschlägt und ob der Vorstand seine Wachstumsprognose für 2026 aufrechterhalten kann.
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