Am Freitag stimmt die ver.di-Tarifkommission über den neuen Tarifvertrag ab. Für die Deutsche Telekom steht viel auf dem Spiel. Der Konzern braucht dringend Planungssicherheit bei den Personalkosten. An der Börse herrscht derweil Ruhe.
Klarheit für drei Jahre
Ende Mai einigten sich Gewerkschaft und Management auf ein umfangreiches Paket. Rund 60.000 Beschäftigte profitieren von dem Vertrag. Er läuft 33 Monate bis Ende 2028. Das bringt dem Vorstand eine verlässliche Basis für die Lohnkosten. Die Folge: Analysten können ihre Ertragsmodelle präzise berechnen.
Das Paket sieht schrittweise Erhöhungen vor. Das zusätzliche Monatsentgelt steigt in den kommenden zwei Jahren spürbar an. Im Juni 2028 klettern die Grundgehälter um 2,4 Prozent. Auf einen durchschnittlichen Ecklohn gerechnet, entspricht das einer Gesamtsteigerung von rund 8,5 Prozent.
Betriebsbedingte Kündigungen schließt der Konzern für die gesamte Laufzeit aus. Gewerkschaftsmitglieder erhalten obendrein exklusive Bonuszahlungen. Die Tarifkommission empfiehlt die Annahme des Vertrages. Ein positives Votum am 19. Juni gilt daher als wahrscheinlich.
Operatives Geschäft liefert Rückenwind
Unabhängig vom Tarifausgang läuft das Tagesgeschäft rund. Im ersten Quartal wuchs der Umsatz organisch um 4,7 Prozent. Das bereinigte Betriebsergebnis kletterte sogar um 7,5 Prozent auf 11,5 Milliarden Euro.
Das Management hob daraufhin die Jahresziele an. Für 2026 erwartet der Vorstand nun ein Betriebsergebnis von rund 47,5 Milliarden Euro. Der freie Cashflow soll die Marke von 19,8 Milliarden Euro übertreffen.
Ein Treiber bleibt der Glasfaserausbau in Deutschland. Die Penetrationsrate stieg zuletzt auf über 17 Prozent. Mehr als 13 Millionen Haushalte verfügen mittlerweile über einen direkten Anschluss.
Rückkäufe stützen den Kurs
Parallel zum operativen Wachstum kauft die Telekom eigene Aktien zurück. Seit April sammelt der Konzern kontinuierlich Papiere ein. Bislang erwarb das Unternehmen knapp 13,7 Millionen eigene Titel. Das Gesamtprogramm für dieses Jahr umfasst bis zu 2 Milliarden Euro.
Der Aktienkurs notiert aktuell bei 27,69 Euro. Damit kämpft das Papier mit der langfristigen Durchschnittslinie. Seit Jahresbeginn verzeichnet die Telekom ein minimales Minus von knapp einem Prozent.
Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch bleibt mit rund 19 Prozent deutlich. Neue Impulse könnten direkt am Freitag folgen. Stimmt die Gewerkschaft dem Tarifvertrag zu, streicht der Markt einen großen Unsicherheitsfaktor aus den Büchern.
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