Die Deutsche Telekom steuert auf einen entscheidenden Termin zu: Am 6. August legt der Konzern seine Zahlen für das zweite Quartal und das erste Halbjahr 2026 vor. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob die starke Entwicklung der US-Tochter T-Mobile US den Bonner Konzern zu einer Anhebung der eigenen Jahresprognose bewegt.

T-Mobile US liefert den Rückenwind

T-Mobile US hatte am 23. Juli seine Jahresprognose für den bereinigten freien Cashflow angehoben, auf eine Spanne von 18,4 bis 18,8 Milliarden US-Dollar. Im zweiten Quartal gewann die US-Tochter zudem 277.000 neue Postpaid-Kunden im Netto. Verstärkt wird der Effekt durch eine laufende Tarifumstellung: Rund acht Millionen Kunden migriert T-Mobile US in teurere „Experience“-Tarife, was einer Preiserhöhung von durchschnittlich vier US-Dollar pro Monat und Anschluss entspricht. Für den Konzern in Bonn ist das relevant, weil T-Mobile US traditionell den größten Ergebnisbeitrag liefert. Der Analystenkonsens rechnet für das zweite Quartal mit einem bereinigten Ergebnis je Aktie zwischen 0,55 und 0,56 Euro.

Parallel zur operativen Entwicklung hält der Konzern an seiner Kapitalrückführung fest. Das Aktienrückkaufprogramm 2026 mit einem geplanten Jahresvolumen von bis zu 2 Milliarden Euro läuft unverändert weiter. Allein zwischen dem 6. und 10. Juli erwarb die Telekom nach eigenen Angaben 1.412.830 eigene Aktien über die Börse Xetra. Ein solches Programm entzieht dem Markt kontinuierlich Aktien und stützt tendenziell die Nachfrage, unabhängig von der kurzfristigen Nachrichtenlage.

Analysten senken Kursziele, Einstufungen bleiben stabil

Trotz der operativen Fortschritte bei T-Mobile US zeigten sich mehrere Analysehäuser zuletzt zurückhaltender bei ihren Kurszielen. Die DZ Bank senkte am 31. Juli den fairen Wert von 37 auf 35 Euro, beließ die Einstufung aber auf „Kaufen“. Als Begründung nannte das Institut die operative Entwicklung bei T-Mobile US. JPMorgan Chase & Co. reduzierte bereits am 27. Juli sein Kursziel von 40 auf 38 Euro, ohne die „Overweight“-Einstufung anzutasten. Auch ein weiteres großes Analysehaus hatte in der zweiten Julihälfte sein Kursziel gekappt, die Kaufempfehlung dabei aber bestätigt. Das Muster ist damit über mehrere Häuser hinweg ähnlich: Die Kursziele sinken leicht, während die grundsätzlich positive Einstufung erhalten bleibt.

Kurs mit Erholung, aber unter dem Jahreshoch

Die Aktie schloss am Freitag bei 26,85 Euro. Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Plus von 10,49 Prozent zu Buche, ein deutliches Zeichen dafür, dass der Markt die jüngsten Nachrichten aus dem US-Geschäft bereits positiv einpreist. Vom 52-Wochen-Hoch bei 34,35 Euro, erreicht Ende Februar, trennen das Papier aber noch immer 21,83 Prozent. Die Spanne zwischen Jahreshoch und dem am 30. Juni markierten Jahrestief von 23,54 Euro zeigt, wie volatil das Jahr für Telekom-Anleger bislang verlief.

Neben dem operativen Geschäft treibt die Telekom auch strategische Zukunftsthemen voran: Zusammen mit dem AIT Austrian Institute of Technology erhielt der Konzern Ende Juli den Zuschlag für zwei EU-geförderte Projekte zum Aufbau einer europäischen Quantenkommunikations-Infrastruktur. Für die kurzfristige Kursentwicklung dürfte jedoch der Zahlentermin am 6. August maßgeblich sein – insbesondere die Frage, ob die Konzernführung die Signale aus den USA in eine höhere Jahresprognose übersetzt.