Starke Fundamentaldaten, gelöste Tarifkonflikte und politischer Rückenwind. Eigentlich läuft bei der Deutschen Telekom alles nach Plan. Am Aktienmarkt zeichnet sich allerdings ein völlig anderes Bild. Der Kurs rutscht ungebremst in Richtung Jahrestief.

Am Freitag schloss das Papier bei 26,72 Euro. Damit verlor die Aktie auf Monatssicht mehr als acht Prozent. Das 52-Wochen-Tief bei 25,99 Euro rückt gefährlich nahe.

Ein Blick auf die Technik bestätigt den Druck. Der Kurs notiert deutlich unter der 50-Tage-Linie. Der RSI-Wert von 33,3 signalisiert einen stark überverkauften Zustand.

Planungssicherheit beim Personal

Die Gewerkschaft ver.di hat am 19. Juni final zugestimmt. Der neue Tarifvertrag für rund 60.000 Beschäftigte steht. Er läuft fast drei Jahre bis Ende 2028.

Die Löhne steigen in drei Stufen um insgesamt 8,5 Prozent. Im Gegenzug schließt der Konzern betriebsbedingte Kündigungen aus. Die Folge: Das Streikrisiko ist vom Tisch. Das Management kann nun langfristig kalkulieren.

Milliarden für den Netzausbau

Auch auf regulatorischer Seite gibt es Fortschritte. Bund und Branche haben im Juni einen neuen Infrastrukturpakt unterzeichnet. Dieser verpflichtet Kommunen zu schnelleren Genehmigungen. Die Bundesnetzagentur prüft die Fortschritte halbjährlich.

Die Telekom selbst legt beim Ausbau nach. Das Unternehmen investiert in den kommenden drei Jahren zusätzliche 800 Millionen Euro in Glasfaser. Bis 2030 fließen insgesamt 30 Milliarden Euro in die Infrastruktur.

Operative Stärke verpufft

Operativ liefert der Bonner Konzern ab. Im ersten Quartal stieg der Umsatz auf knapp 30 Milliarden Euro. Das bereinigte Betriebsergebnis legte sogar um 7,5 Prozent zu.

Daraufhin hob der Vorstand die Jahresziele an. Erwartet wird nun ein freier Cashflow von mehr als 19,8 Milliarden Euro. Am Markt verpuffen diese positiven Signale aktuell völlig.

Der Fokus richtet sich nun auf den August. Am sechsten Tag des Monats präsentiert die Telekom ihre Zahlen für das zweite Quartal. Dieser Termin liefert harte Fakten. Bis dahin diktiert die schwache Charttechnik das Geschehen.