Die Deutsche Telekom kämpft sich zurück – aber der Weg bleibt steinig. Am Freitag schloss die Aktie bei 26,45 Euro, ein Plus von 1,54 Prozent. Zuvor hatten enttäuschende Reaktionen auf die Zahlen der US-Tochter T-Mobile US den Kurs belastet. Auf Wochensicht steht dennoch ein Minus von 2,04 Prozent. Dieses Hin und Her zeigt: Der Titel sucht nach einer klaren Richtung.
Die entscheidende Marke
Kann die Aktie den 50-Tage-Durchschnitt von 27,19 Euro zurückerobern? Aktuell fehlen dafür noch 2,73 Prozent. Zum 200-Tage-Durchschnitt bei 28,66 Euro klafft mit 7,70 Prozent eine deutlich größere Lücke.
Diese Zahl ist mehr als eine technische Fußnote. Solange die kurzfristige Erholung die mittelfristigen Durchschnitte nicht überwindet, bleibt der Abwärtstrend intakt. Er begleitet die Aktie seit dem 52-Wochen-Hoch von 34,35 Euro am 27. Februar 2026. Der RSI von 49,3 zeigt: Der Markt ist unentschlossen, welche Kraft sich als nächstes durchsetzt.
Was für eine Stabilisierung spricht
Ein Argument für die Bullen liefert das laufende Aktienrückkaufprogramm. In der Woche vom 13. bis 17. Juli hat die Telekom 1.351.740 eigene Aktien über die Börse gekauft. Die täglichen Durchschnittskurse lagen zwischen 26,42 und 27,26 Euro. Seit Programmstart am 1. Juli hat der Konzern damit bereits 3.673.275 Aktien zurückgekauft. Ein solches Programm entzieht dem Markt kontinuierlich Papiere und kann Rückschläge abfedern.
Auch von der Analystenseite kommt Rückenwind. Die Deutsche Bank hat ihr Kursziel zwar von 42 auf 40 Euro gesenkt, die Einstufung „Buy“ aber bestätigt. Operativ bleibt die Story ebenfalls intakt: T-Mobile US übertraf beim bereinigten Gewinn je Aktie die Erwartungen und erhöhte die Prognose für den freien Cashflow 2026 auf 18,4 bis 18,8 Milliarden US-Dollar.
Der nächste konkrete Test folgt beim Quartalsbericht am 6. August 2026. Bestätigt das Management dort seine Jahresziele, könnte das den fehlenden Impuls für die Bullen liefern.
Was gegen eine schnelle Erholung spricht
Wie empfindlich die Aktie auf US-Nachrichten reagiert, zeigte sich am Donnerstag deutlich. T-Mobile US übertraf die Erwartungen beim Neukundenzuwachs nicht so stark wie Konkurrent AT&T einen Tag zuvor. Die Papiere fielen im vorbörslichen US-Handel um vier Prozent und bremsten damit auch die Erholung der Telekom-Mutter.
Strukturell sieht die Deutsche Bank zudem einen veränderten Wettbewerbsrahmen. Analyst Robert Grindle verweist auf neue Kräfte wie Satelliten-Internet von Starlink und große KI-Initiativen wie Stargate. Sie hätten das frühere Strahlen der Telekom an Europas Telekom-Himmel gedämpft.
Die Jahresperformance stützt diese Einschätzung: Auf Sicht von zwölf Monaten liegt die Aktie mit -17,14 Prozent deutlich im Minus. Seit Jahresanfang beträgt der Rückgang -4,82 Prozent. Zum 52-Wochen-Hoch fehlen inzwischen 23 Prozent – ein Maß dafür, wie viel Boden seit Februar verloren ging.
Unruhe herrscht auch auf der Governance-Seite. Die Vergütung des neuen T-Mobile-US-Chefs Srini Gopalan, der in die USA gewechselt ist, stieß bei Aktionären auf Kritik. Solche Debatten treffen zwar nicht direkt die Fundamentaldaten. Sie können das Sentiment aber zusätzlich belasten, gerade wenn die charttechnische Lage ohnehin fragil bleibt.
Der Ausblick
Solange der Kurs unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 27,19 Euro verharrt, dürfte die Skepsis überwiegen. Die annualisierte Volatilität von 33,58 Prozent signalisiert zudem: Ausschläge in beide Richtungen bleiben wahrscheinlich.
Gelingt der Aktie die nachhaltige Rückeroberung dieser Marke und im Anschluss der Sprung über die 100- und 200-Tage-Linie bei rund 28,66 Euro, spräche das für eine breitere Trendwende. Der nächste konkrete Prüfstein ist der Quartalsbericht am 6. August 2026. Bestätigt das Management dort EBITDA- und Cashflow-Ziele, könnte das die charttechnische Stabilisierung fundamental untermauern. Bleibt diese Bestätigung aus oder enttäuscht das US-Geschäft erneut, dürfte der Titel dagegen anfällig für einen neuen Test der Tiefstände bleiben.
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