Warburg Research sieht bei Deutz massives Potenzial. Das Analysehaus lobt den Umbau zum Technologiekonzern und ruft ein Kursziel von 13,20 Euro aus. Die Börse reagiert darauf am Dienstag mit Schulterzucken. Die Aktie fällt um 2,12 Prozent auf 9,69 Euro.

Umbau zum Industrieunternehmen

Analyst Stefan Augustin begründet seine Kaufempfehlung mit der neuen Strategie. Deutz wandelt sich vom reinen Motorenbauer zum breiter aufgestellten Industrieunternehmen. Das Management plant bis 2030 deutlich mehr Umsatz und höhere Gewinne.

Am Markt kommt diese Botschaft aktuell nicht an. Der Kurs rutschte zuletzt unter den 50-Tage-Durchschnitt von 10,02 Euro. Seit Jahresanfang steht dennoch ein solides Plus von gut zwölf Prozent auf der Anzeigetafel.

Volle Auftragsbücher dank Zukauf

Operativ liefert das Kölner Unternehmen handfeste Argumente für Optimismus. Im ersten Quartal 2026 schoss der Auftragseingang um über 41 Prozent auf 771 Millionen Euro nach oben. Ein großer Teil dieses Sprungs stammt aus dem Zukauf von Frerk Aggregatebau.

Das neue Tochterunternehmen steuerte allein 145 Millionen Euro bei. Auch das restliche Tagesgeschäft läuft rund. Der Konzernumsatz kletterte auf 530 Millionen Euro.

Parallel dazu verbesserte Deutz die operative Marge von 5,2 auf 7,0 Prozent. Besonders bei Baumaschinen und in der Landtechnik zieht die Nachfrage wieder an.

Rüstung und Energie als Treiber

Um die ehrgeizigen Langfristziele zu erreichen, erschließt das Management neue Märkte. Bis 2030 soll der Gesamtumsatz auf rund vier Milliarden Euro steigen. Dabei spielen die Bereiche Energieversorgung und Rüstung eine zentrale Rolle.

Erst vergangene Woche meldete Deutz eine Kooperation mit HDC Solutions. Gemeinsam entwickeln die Partner Notstromsysteme für kritische Infrastruktur und das Militär. Das Ziel: Allein im Rüstungsgeschäft will Deutz künftig mindestens 300 Millionen Euro umsetzen.

Für das laufende Jahr bleibt der Vorstand bei seiner Prognose. Das Unternehmen erwartet maximal 2,5 Milliarden Euro Umsatz und eine operative Marge von bis zu acht Prozent. Liefert Deutz in den kommenden Quartalen beständig diese Werte, rückt auch das hohe Analysten-Kursziel wieder in greifbare Nähe.