Die Aktie von Deutz notiert heute zu Beginn des Handels 0,2 % höher und kommt auf einen Kurs von 10,12 Euro. Weder heute noch gestern hat sich viel geändert. Deutz bewegt sich damit weiterhin knapp über der psychologisch wichtigen Marke von 10 Euro. Das ist zunächst einmal ein gutes Signal.

Auffällig ist vor allem die Entwicklung im übergeordneten Zeitverlauf. Innerhalb einer Woche konnte der Kurs um 6,6 % zulegen, seit Jahresbeginn steht ein Plus von 18,8 % zu Buche. Damit hat der Markt bereits frühzeitig eine positivere Einschätzung vorgenommen, bevor sich diese vollständig in den Unternehmensdaten und Erwartungen niederschlägt.

Deutz: Stärker als andere Rüstungswerte

Im Vergleich zu anderen Werten aus dem erweiterten Rüstungs- und Industrieumfeld zeigt sich Deutz zudem mit geringeren Ausschlägen. Während Titel wie Rheinmetall oder Renk zuletzt deutlich stärkere Schwankungen aufwiesen bzw. sich erst langsam von echten Tiefschlägen erholen müssen, wirkt die Kursentwicklung hier insgesamt gleichmäßiger und weniger überzogen. Diese relative Ruhe wird am Markt zunehmend als stabilisierender Faktor interpretiert.

Hinzu kommt die Erwartung, dass das Unternehmen auch im kommenden Jahr solide Ergebnisse erzielen kann. Für das nächste Geschäftsjahr wird ein Kurs-Gewinn-Verhältnis im Bereich von etwa 9 erwartet, für das aktuelle sind es 11,1. Diese Bewertung liegt im historischen Vergleich auf einem eher moderaten Niveau und stützt die Annahme, dass die Aktie nicht überzogen bewertet ist.

Daher überrascht es nicht, dass Analysten ihre Kursziele zuletzt fast schon reihenweise nach oben angepasst haben. Die DZ Bank sieht die Deutz bei 11,60 Euro. Die Berenberg hat sogar 13 Euro als mögliches Kursziel vor Augen. Insofern sind die Voraussetzungen für einen weiteren Aufwärtstrend gut. Die technischen Voraussetzungen jedenfalls sind zumindest bezogen auf die 200-Tage-Linie ordentlich. Die verläuft in Höhe von 9,54 Euro und ist weit genug entfernt.

Im Gesamtbild ergibt sich damit eine Entwicklung, bei der der Markt bereits in Vorleistung gegangen ist, was bei anderen Branchenwerten in dieser Form nicht durchgängig zu beobachten war. Gerade im direkten Vergleich zu deutlich volatiler gehandelten Rüstungsaktien fällt diese Vorwegnahme positiver Erwartungen stärker ins Gewicht.