Deutz greift zu einem klassischen Mittel, um Wachstum zu finanzieren: frisches Geld über die Börse. Der Vorstand hat am Montagabend beschlossen, das Grundkapital um bis zu zehn Prozent zu erhöhen — mit Zustimmung des Aufsichtsrats und unter Ausschluss des Bezugsrechts für bestehende Aktionäre.

Konkret sollen bis zu 15,26 Millionen neue Aktien ausgegeben werden. Damit würde sich die Gesamtzahl der Stückaktien auf bis zu rund 167,9 Millionen erhöhen. Die neuen Papiere sind für das laufende Geschäftsjahr ab dem 1. Januar 2026 voll gewinnberechtigt.

Institutionelle Investoren im Fokus

Die Platzierung läuft ausschließlich über institutionelle Investoren im Rahmen eines beschleunigten Bookbuilding-Verfahrens. Bestehende Aktionäre bleiben bei dieser Privatplatzierung außen vor — das erklärt den Bezugsrechtsausschluss. Platzierungspreis und die endgültige Zahl der ausgegebenen Aktien stehen noch nicht fest; der Vorstand will beides nach Abschluss des Verfahrens gemeinsam mit dem Aufsichtsrat festlegen.

Der Zeitplan ist eng gesteckt. Die neuen Aktien sollen bereits am 17. September 2026 prospektfrei zum regulierten Markt in Frankfurt und Düsseldorf zugelassen werden, der Handel soll einen Tag später starten. Auch die Lieferung der Papiere ist für den 18. September 2026 vorgesehen.

Deutz begründet den Schritt mit der Optimierung der Kapitalstruktur. Der Nettoerlös soll die finanzielle Flexibilität für künftige Wachstumschancen stärken. Nach der Platzierung verpflichtet sich das Unternehmen zu einer sechsmonatigen Lock-up-Periode — mit marktüblichen Ausnahmen, darunter die von der außerordentlichen Hauptversammlung im August 2026 bereits beschlossene Kapitalerhöhung gegen Sacheinlage.

Diese zusätzliche Sacheinlagen-Komponente deutet darauf hin, dass die Kölner ihre Kapitalbasis auf mehreren Wegen zugleich stärken. Für bestehende Anteilseigner bedeutet die Ausgabe neuer Aktien zunächst eine Verwässerung ihrer Anteile — der genaue Umfang hängt vom finalen Platzierungspreis ab, der nach Abschluss des Bookbuilding-Verfahrens bekanntgegeben wird.