18 Euro lautet ein besonders offensives Kursziel für Deutz in den neuesten Analysen. Gegenüber einem Aktienkurs von gut 13 Euro würde das noch erheblichen Spielraum bedeuten. Bemerkenswert ist das vor allem deshalb, weil das Papier bereits einen außergewöhnlichen Lauf hinter sich hat: In drei Monaten beträgt das Plus rund 46 %. Heute allerdings ging es für das Papier um satte -4,1 % nach unten. Die Aktie kommt auf einen Kurs von nur noch 12,78 Euro. Sie bleibt dennoch klar im Aufwärtstrend, der ein sehr hohes Polster hat.

Verteidigung liefert jetzt für die Deutz!

Die Neubewertung hängt eng mit dem Verteidigungsgeschäft zusammen. Deutz sucht Wachstumsfelder jenseits seiner traditionellen Industrie- und Verbrennungsmotoren und stößt dabei in Bereiche vor, die von höheren europäischen Sicherheitsausgaben profitieren.

Die nun nach Zustimmung der Aktionäre mögliche Übernahme von FFG könnte diesen Umbau beschleunigen. Das genannte Transaktionsvolumen von etwa 1,6 Milliarden Euro wäre gemessen an Deutz eine sehr große Akquisition. Damit würden sich sowohl die Chancen als auch die finanziellen Risiken des Konzerns verändern.

Für die Bewertung ist jetzt wichtig, welcher Teil des erwarteten Defense-Wachstums bereits im Kurs steckt. Ein Plus von etwa einem Viertel innerhalb eines Monats zeigt, dass Anleger sehr schnell auf die neue Strategie reagieren. Die mögliche FFG-Übernahme wird deshalb zum Prüfstein. Kommt sie zustande, muss Deutz zeigen, wie die Finanzierung aussieht und welche Ergebnisbeiträge das neue Geschäft liefern kann. Scheitert sie, fällt ein Teil der derzeitigen Übernahmefantasie weg. Die Notierungen hatten zuletzt nicht nur auf die Übernahme reagiert, sondern auch auf die außergewöhnlich guten Quartalszahlen. Die Phantasie mit Kurszielen von 18 Euro ist also kein Zufall. Rücksetzer wie am Donnerstag sind daher oft genug auch Chancen!