Im Vorfeld der anstehenden Neunmonatszahlen rücken die Geschäftsaussichten von Deutz verstärkt in den Fokus der Marktbeobachter. Am heutigen Dienstag bekräftigten zwei Analysehäuser ihre positiven Einschätzungen für den Kölner Motorenhersteller. Dabei trauen Experten dem Papier deutliche Zuwächse zu, wenngleich das operative Umfeld von gegenläufigen Trends geprägt bleibt.
Hohe Kursziele trotz verhaltener Motorenfertigung
Das Analysehaus MPCM stuft die Deutz-Aktie weiterhin mit „Buy“ ein und beziffert das Kursziel auf 19 Euro. Analyst Stefan Augustin rechnet nach eigener Einschätzung mit einem stark gestiegenen Auftragseingang. Gleichzeitig verweist er jedoch darauf, dass die eigentliche Motorenproduktion weiterhin auf einem niedrigen Niveau verharre.
Parallel dazu meldete sich heute Bernstein Research zu Wort. Das Haus beließ seine Einstufung vor den anstehenden Zwischenergebnissen auf „Outperform“ und hält an einem Kursziel von 12,40 Euro fest. Damit sehen beide Adressen spürbaren Spielraum nach oben, wenngleich sich die Spanne der Erwartungen zwischen den Experten deutlich unterscheidet.
Im heutigen Handel gibt das Papier um 1,0 Prozent nach und steht bei 10,72 Euro. Trotz des jüngsten Rücksetzers verzeichnet der Titel seit Jahresanfang noch ein Kursplus von 26 Prozent.
Umbaupläne und Zukäufe im Aufsichtsrat
Die optimistischen Expertenkommentare treffen auf ein von Sparmaßnahmen und Umstrukturierungen begleitetes Marktumfeld. Vor gut einer Woche hob das Analysehaus Berenberg sein Kursziel für Deutz auf 16,50 Euro an. Zeitgleich berichtete das Handelsblatt über Pläne für einen umfangreichen Stellenabbau im Konzern.
Demnach sollen insgesamt bis zu 400 Stellen wegfallen, wovon rund 100 Arbeitsplätze bereits abgebaut seien oder sich im Abbau befänden. Weitere 300 Streichungen seien intern abgestimmt worden, vor allem im Geschäft mit kleinen Motoren. Deutz selbst äußerte sich auf Anfrage nicht zu diesen Berichten.
Rückendeckung signalisierten derweil Mitglieder des Kontrollgremiums. Vor gut einer Woche meldete Aufsichtsratsmitglied Dr. Rudolf Maier den Erwerb von Aktien im Gesamtvolumen von 99.540,00 Euro. Wenige Tage später gab auch Aufsichtsrat Dr. Dietmar Voggenreiter einen Zukauf über eine Pflichtmitteilung bekannt.
Neunmonatsbericht am 5. November terminiert
Klarheit über die tatsächliche Geschäftsentwicklung und den Verlauf des Auftragseingangs erhalten Anleger Anfang des kommenden Monats. Deutz hat die Veröffentlichung der Quartalsmitteilung für die ersten neun Monate 2026 für den 5. November 2026 angekündigt. Dann wird sich zeigen, inwieweit sich die von Analysten erwartete Belebung der Bestellungen bereits in den Geschäftszahlen widerspiegelt.
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