Die vollständigen Zahlen bestätigen, was DHL Mitte Oktober vorab gemeldet hatte. Der Logistikkonzern wächst bei Umsatz und operativem Ergebnis kräftig. Unter dem Strich fällt das Plus jedoch deutlich kleiner aus, und beim Free Cashflow hinterlassen US-Importzölle Spuren.
Operativ auf Kurs
Der Umsatz stieg im dritten Quartal um 12,6 Prozent auf 22,7 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (EBIT) kletterte um 16,2 Prozent auf 1,72 Milliarden Euro. Beide Werte liegen minimal über den vorläufigen Angaben. Die EBIT-Marge verbesserte sich von 7,3 auf 7,6 Prozent.
Beim Nettogewinn nach Steuern und Anteilen Dritter ging es langsamer voran. Er legte um 8 Prozent auf 907 Millionen Euro zu, je Aktie waren es 0,82 Euro nach 0,75 Euro im Vorjahr. Von DHL befragte Analysten hatten im Schnitt mit mehr gerechnet.
Zölle drücken den Free Cashflow
Der Free Cashflow ohne M&A sank auf 901 Millionen Euro, nach 1,2 Milliarden Euro im Vorjahr. Der Grund: Zahlungen im Zusammenhang mit den US-Importzöllen nach dem International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) von 256 Millionen Euro. Ohne diesen Effekt hätte der Wert wieder über einer Milliarde Euro gelegen.
Finanzchefin Melanie Kreis verweist auf die starke Ergebnis- und Liquiditätslage. Sie ermögliche es, weiter in Wachstum zu investieren.
Prognose bereits angehoben
Mitte Oktober hatte der Konzern die Jahresziele nach oben geschraubt, für das EBIT war es die zweite Anhebung in diesem Jahr. Das Management erwartet für das vierte Quartal eine robuste saisonale Entwicklung.
Die Eckpunkte für 2026:
- Konzern-EBIT: über 7,0 Milliarden Euro
- Free Cashflow ohne M&A: über 3,2 Milliarden Euro
- Investitionen in Sachanlagen: rund 3,6 Milliarden Euro
Die mittelfristige EBIT-Prognose von mehr als 7 Milliarden Euro will DHL im März überprüfen. Da dieser Wert bereits für 2026 gilt, steht eine Anhebung des Mittelfristziels im Raum. Rückenwind kommt zudem aus dem Brief- und Paketgeschäft: Regulatorische Entlastungen und geplante Preiserhöhungen sollen dort im nächsten Jahr weiter helfen, auch wenn die Portopläne trotz Zustimmung der Bundesnetzagentur auf Widerstand stoßen.
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