Diginex hat für das Geschäftsjahr bis Ende März 2026 einen Umsatzsprung um 77 Prozent auf 3,6 Millionen US-Dollar gemeldet. Dem steht ein ausgeweiteter Verlust von 31,2 Millionen US-Dollar gegenüber – eine Größenordnung, die den operativen Fortschritt relativiert und die Frage nach der Kapitaldecke des Unternehmens neu aufwirft.

Verlust wächst schneller als der Umsatz

Reuters berichtete am Donnerstag über die Geschäftszahlen und verwies dabei auf steigende Aufwendungen sowie eine Goodwill-Abwertung von 7 Millionen US-Dollar im Zusammenhang mit der Beteiligung Matter.

Diese Sonderbelastung erklärt einen erheblichen Teil des ausgeweiteten Fehlbetrags, zeigt aber auch, dass frühere Zukäufe des Unternehmens nicht wie erhofft aufgegangen sind. Für Anleger bedeutet das: Das Umsatzwachstum allein trägt die Bilanz derzeit nicht.

Um die finanzielle Basis zu stärken, hat Diginex im August eine Kapitalerhöhung über 20,0 Millionen US-Dollar angekündigt. Dabei werden 20,0 Millionen neue Aktien ausgegeben, ergänzt um Fünfjahres-Warrants zu je 1,00 US-Dollar.

Diese Maßnahme kommt zusätzlich zu der bereits bekannten, weit größeren Kapitalmaßnahme im Zuge der geplanten Übernahme von Resulticks Global Companies, die separat mit 600 Millionen neuen Aktien zu je 1,75 US-Dollar verbunden ist. Für Bestandsaktionäre summieren sich damit zwei Verwässerungsschritte, die zeitlich eng beieinanderliegen.

Kurs unter Druck, Volatilität bleibt hoch

Die Aktie schloss am Freitag bei 1,32 US-Dollar und verlor auf Tagesbasis 13 Prozent. Auch auf Wochensicht steht ein Minus von 13 Prozent zu Buche, während sich der Kurs über die vergangenen 30 Tage um 11 Prozent erholt hatte.

Die Marktkapitalisierung liegt derzeit bei umgerechnet 38,24 Millionen Euro – ein Wert, der angesichts der milliardenschweren Dimension des Resulticks-Deals die Erwartungen des Marktes an eine erfolgreiche Umsetzung widerspiegelt. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 120 Prozent unterstreicht, wie nervös der Handel mit dem Titel aktuell verläuft.

Kapitalbedarf trifft auf laufende Transaktion

Die frische Kapitalerhöhung fällt in eine Phase, in der Diginex parallel die milliardenschwere Übernahme von Resulticks vorantreibt, über die auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am 8. Oktober abgestimmt werden soll. Dass das Unternehmen kurz vor diesem Termin zusätzliches Kapital über Warrants aufnimmt, deutet darauf hin, dass der laufende operative Verlust die eigene Liquidität belastet – unabhängig vom Ausgang der Übernahme.

Für Anleger verdichtet sich damit ein Bild aus zwei Baustellen: Auf der einen Seite steht ein wachsendes, aber tief defizitäres Kerngeschäft, das zusätzliches Kapital benötigt.

Auf der anderen Seite steht die transformative, aber noch nicht vollzogene Übernahme, die die Aktionärsstruktur massiv verändern wird. Bis zur Hauptversammlung im Oktober dürfte der Titel damit sowohl auf operative Nachrichten als auch auf Fortschritte bei der Transaktion empfindlich reagieren.