Europäische Privatanleger stehen bei Diginex plötzlich vor verschlossenen Türen. Beliebte Broker wie Gettex und Scalable haben den Handel mit der Aktie zeitweise ausgesetzt. Der Grund ist ein technisches Chaos nach einem Aktiensplit. Im Hintergrund spielt sich derweil ein milliardenschweres Drama ab.

Stolperstein Reverse Split

Am 28. April 2026 vollzog die ESG-Datenfirma einen Reverse Split. Das Verhältnis lag bei 1 zu 0,125. Ein solcher Schritt ändert den nominalen Aktienkurs über Nacht. Viele Depotbanken haben aber massive Schwierigkeiten, die alten Bestände an die neuen Stückzahlen anzupassen.

Die Folge: Orders laufen bei manchen Plattformen schlicht ins Leere. Andere Systeme zeigen fehlerhafte Phantompreise an. Das trifft die Aktie in einer ungünstigen Phase. Diginex bringt als Micro-Cap nur knapp 33 Millionen Euro auf die Waage.

Die extrem dünne Liquidität verschärft die technischen Probleme massiv. Ein Marktbeobachter berichtete von einer einzigen Order über 10.000 Aktien. Dieser vergleichsweise kleine Trade bewegte den Kurs sofort um zehn Prozent.

Am Freitag schloss das Papier bei 1,15 US-Dollar. Das entspricht einem Tagesverlust von gut zehn Prozent. Auf Wochensicht verbuchte der Wert indes ein Plus von 30 Prozent. Die Preisfindung bleibt bei diesen Schwankungen völlig erratisch.

Milliarden-Deal in der Schwebe

Abseits der Orderbuch-Probleme kämpft das Management an zwei Fronten. Diginex hat die Frist für eine geplante Übernahme verstreichen lassen. Es geht um die 1,5 Milliarden Dollar schwere Resulticks-Transaktion. Die Unternehmensführung schweigt bisher zu den Gründen der Verzögerung.

Parallel dazu droht Ärger mit der Börsenaufsicht. Die Nasdaq hat bereits eine offizielle Warnung ausgesprochen. Der Kurs war zuvor unter die vorgeschriebene Mindestmarke von einem US-Dollar gefallen.

Ein Scheitern der Übernahme könnte das Unternehmen massiv unter Druck setzen. Fällt der Kurs weiter, droht ein erneuter Reverse Split oder gar das Delisting. Ohne ein klares Update des Managements zur Resulticks-Transaktion operieren Aktionäre im Blindflug.