Diginex steuert auf eine heikle Phase zu. Zum 30. September 2026 soll Jacob S. Friedman seinen Posten als Chief Operating Officer niederlegen – nur gut eine Woche vor der außerordentlichen Hauptversammlung am 8. Oktober 2026. Für mich markiert diese zeitliche Nähe eine riskante Übergangsphase: Während das operative Management dünner besetzt ist, sollen die Anteilseigner über fundamentale Weichenstellungen wie den Aktienkaufvertrag zur Resulticks-Übernahme befinden.
Führungsebene im fortgesetzten Umbruch
Die Führungsstruktur befindet sich bereits in einem spürbaren Umbau. Mit Wirkung zum 31. August 2026 legte Lubomila Jordanova ihr Amt als Chief Executive Officer sowie ihren Sitz im Verwaltungsrat nieder. Die Leitung liegt seither bei Archana Kotecha als Interim-CEO, während Graham Bridges zum Chief Technology Officer ernannt wurde.
Wenn zum Monatsende nun auch der COO das Unternehmen verlässt, verliert die Führungsebene binnen kurzer Zeit eine weitere tragende Säule. Meiner Ansicht nach ist dieser personelle Aderlass zu einem derart kritischen Zeitpunkt ein ernstes Warnsignal. Ein Übergangsmanagement muss nun Prozesse steuern, die über die künftige Ausrichtung des gesamten Konzerns entscheiden.
Grundsatzentscheidungen am 8. Oktober
Auf der für den 8. Oktober 2026 einberufenen außerordentlichen Hauptversammlung stehen weitreichende Beschlüsse an. Die Aktionäre, deren Stimmberechtigung auf den Stichtag am 14. August 2026 festgelegt wurde, stimmen über die geplante Übernahme von Resulticks auf Basis des vorliegenden Aktienkaufvertrags ab. Zudem sind eine Erhöhung des genehmigten Aktienkapitals sowie eine Änderung der Unternehmenssatzung vorgesehen.
Parallel dazu reichte Diginex bei der Nasdaq einen Antrag ein, um den mit der Resulticks-Transaktion verbundenen Kontrollwechsel genehmigen zu lassen. An der Börse notiert die Aktie heute bei 1,38 US-Dollar, was einem leichten Tagesverlust von 1,4 Prozent entspricht.
Fazit: Hohe Hürden vor dem Votum
Unterm Strich steht Diginex vor einer doppelten Zerreißprobe. Einerseits verlangt die geplante Übernahme von Resulticks samt Kapitalerhöhung und Satzungsreform klare strategische Führung. Andererseits muss das Unternehmen nach dem Rücktritt von Jordanova und dem anstehenden Abschied Friedmans ohne dauerhaft besetzte Führungsspitze agieren.
Für mich überwiegt vor der Abstimmung die Skepsis: Solange die langfristige Leitungsstruktur ungeklärt bleibt, birgt der tiefgreifende Unternehmensumbau erhebliche Risiken für die Aktionäre.
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