Die Probleme bei Diginex reißen nicht ab. Die globale Anwaltskanzlei Rosen Law Firm prüft eine Sammelklage gegen den ESG-Softwareanbieter. Der Vorwurf wiegt schwer: Das Management soll Anleger mit irreführenden Geschäftsinformationen getäuscht haben. Diese juristische Untersuchung trifft das Unternehmen in einer ohnehin extrem kritischen Phase.

Kampf gegen den Nasdaq-Rauswurf

Parallel dazu kämpft Diginex um den Verbleib an der Börse. Im März 2026 rügte die Nasdaq das Unternehmen. Der Aktienkurs notierte zuvor 30 Handelstage in Folge unter der kritischen Marke von einem US-Dollar. Um ein Delisting abzuwenden, griff das Management zu drastischen Mitteln. Für den 13. April berief Diginex eine außerordentliche Hauptversammlung ein. Aktionäre sollten dort über eine Aktienzusammenlegung im Verhältnis 8 zu 1 abstimmen. Das Ziel: den Kurs künstlich über die geforderte Schwelle heben.

Neuer Fokus im operativen Geschäft

Ungeachtet der juristischen Baustellen treibt Diginex eine strategische Neuausrichtung voran. Der Konzern legte kürzlich seine vier operativen Einheiten zu einer einzigen Plattform zusammen. Künftig fokussiert sich das Team voll auf ESG- und Lieferkettendaten. Diese Softwarelösungen helfen Unternehmen und Regierungen bei der komplexen Nachhaltigkeitsberichterstattung. Um diesen Umbau zu beschleunigen, besetzte Diginex Anfang April wichtige Führungspositionen neu. Ein neuer Chief Operating Officer und ein Chief Administrative Officer sollen die Strategie nun umsetzen.

Die Uhr tickt für den Softwareanbieter. Bis zum 21. September 2026 muss das Unternehmen die Nasdaq-Regeln wieder dauerhaft erfüllen. Am Tag der Hauptversammlung lag der Kurs lediglich bei 0,521 US-Dollar. Sollten sich die Vorwürfe der Sammelklage erhärten, droht der geplanten Neuausrichtung rasch das Vertrauen der Investoren wegzubrechen.