Diginex hat ein Zeitproblem. Die Aktie liegt zwar wieder über der Nasdaq-Mindestmarke, der vorherige Absturz wirkt aber nach. Bis zum 21. September 2026 muss das ESG-RegTech-Unternehmen die Listing-Anforderungen dauerhaft zurückerobern.
Der Kernkonflikt ist klar: Operativ baut Diginex an einer größeren Plattform und plant einen Milliarden-Deal. Börsenseitig kämpft das Unternehmen um die Nasdaq-Compliance.
Nasdaq setzt die Uhr
Am 23. März 2026 erhielt Diginex ein Schreiben der Nasdaq. Der Grund: Der Schlusskurs der Stammaktien lag über 30 aufeinanderfolgende Handelstage unter 1,00 US-Dollar. Damit verletzte das Unternehmen die Mindestpreisregel des Nasdaq Capital Market.
Die Frist bis September ist damit der zentrale Taktgeber. Gelingt die Rückkehr in die Compliance nicht, kann Diginex eine zusätzliche Frist beantragen. Dafür müsste das Unternehmen weitere Zulassungsvoraussetzungen erfüllen und schriftlich zusichern, den Mindestbietpreis wiederherzustellen.
Ein weiterer Reverse Split wäre dabei ausdrücklich eine mögliche Option. Wird die Zusatzfrist nicht gewährt, droht die Streichung der Stammaktien vom Nasdaq Capital Market.
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Reverse Split verpufft teilweise
Diginex hat bereits reagiert. Zum 28. April 2026 legte das Unternehmen jeweils acht bestehende Stamm- und Vorzugsaktien zu einer neuen Aktie zusammen. Die Zahl der ausstehenden Stammaktien sank dadurch deutlich.
Aus rund 232,8 Millionen Stammaktien wurden etwa 29,1 Millionen. Der erhoffte stabilisierende Effekt blieb jedoch begrenzt. Die Aktie bleibt anfällig für starke Schwankungen.
Zuletzt handelte das Papier bei 1,47 US-Dollar. Das Handelsvolumen lag bei rund 4,44 Millionen Aktien, deutlich über dem Durchschnitt von etwa 834.800 Aktien. Das zeigt: Der Markt schaut genauer hin.
Auch die technischen Daten sprechen für hohe Unsicherheit. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 2,88 US-Dollar, der 200-Tage-Durchschnitt bei 25,32 US-Dollar. Das 52-Wochen-Tief von 0,89 US-Dollar und das Hoch von 318,84 US-Dollar zeigen die extreme Spanne der vergangenen Monate.
Umbau trifft Milliarden-Deal
Auf der operativen Seite versucht Diginex, die Geschichte zu drehen. Vier zuvor eigenständige Einheiten wurden zu einer integrierten Technologieplattform zusammengeführt. Ziel ist eine einheitliche Infrastruktur für Nachhaltigkeitsberichte und Lieferkettentransparenz.
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Noch größer ist die geplante Übernahme von Resulticks Global Companies. Diginex hat dafür eine verbindliche Aktienübertragungsvereinbarung unterzeichnet. Der Wert der reinen Aktientransaktion wird mit 1,5 Milliarden US-Dollar angegeben.
Abgeschlossen ist der Deal aber nicht. Die endgültigen Bedingungen sind vereinbart, der Vollzug hängt jedoch von weiteren Genehmigungen und einer nicht verwässernden mittelfristigen Schuldenfazilität ab. Genau hier liegt die Brisanz: Während Diginex einen großen Wachstumsschritt vorbereitet, bleibt die Börsennotierung unter Druck.
Finanziell ist der Spielraum begrenzt. Per 28. Mai 2026 kam Diginex auf eine Marktkapitalisierung von 41,61 Millionen US-Dollar. Dem standen ein Umsatz von 3,57 Millionen US-Dollar auf TTM-Basis und ein Nettoverlust von 9,86 Millionen US-Dollar gegenüber.
Der verfügbare Barmittelbestand lag bei 1,85 Millionen US-Dollar. Damit steht die geplante Expansion in deutlichem Kontrast zur aktuellen Größe und Finanzlage des Unternehmens.
Der nächste harte Fixpunkt ist der 21. September 2026. Bis dahin muss Diginex zeigen, dass der Kurs nicht nur kurzfristig über der Nasdaq-Marke liegt, sondern die Mindestanforderungen wieder verlässlich erfüllt. Gelingt das nicht, rückt die Frage nach Zusatzfrist, weiterem Reverse Split oder Delisting-Verfahren unmittelbar näher.
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