Diginex hat die Zahlen für das Geschäftsjahr 2026 vorgelegt, das am 31. März endete. Der Umsatz kletterte um 77 Prozent auf 3,6 Millionen US-Dollar. Der Nettoverlust weitete sich zugleich auf 31,1 Millionen US-Dollar aus, das bereinigte EBITDA blieb mit einem Minus von 13,0 Millionen US-Dollar tief in den roten Zahlen. Das Unternehmen betont, weiterhin schuldenfrei zu sein und über Barmittel von 4,9 Millionen US-Dollar zu verfügen.

Ein wesentlicher Treiber des ausgeweiteten Verlusts ist eine Goodwill-Wertminderung von 7,0 Millionen US-Dollar im Zusammenhang mit der früheren Matter-Akquisition. Diginex erklärt dazu, die Abschreibung sei nicht strukturell bedingt, sondern Folge des Anstiegs des eigenen Aktienkurses zwischen Vertragsunterzeichnung und Abschluss der damaligen Transaktion.

Für Anleger bedeutet das: Der Buchwert einer älteren Übernahme wurde an eine veränderte Bewertungsbasis angepasst, ohne dass operative Probleme dahinterstehen sollen.

Resulticks-Deal schrumpft auf 1,05 Milliarden Dollar

Parallel zu den Jahreszahlen hat Diginex einen geänderten Aktienkaufvertrag für die Übernahme von Resulticks unterzeichnet. Das Transaktionsvolumen sinkt von ursprünglich 1,5 Milliarden US-Dollar auf 1,05 Milliarden US-Dollar. Als Gegenleistung erhalten die Resulticks-Aktionäre 600 Millionen neue Diginex-Aktien zu einem Preis von 1,75 US-Dollar je Aktie.

Die Reduktion spiegelt unter anderem eine 8-für-1-Aktienzusammenfassung bei Diginex wider, wie es vergangene Woche hieß – die entsprechende Ankündigung der angepassten Vereinbarung liegt bereits einige Tage zurück und hat den Kurs seither um 4,0 Prozent belastet.

Mit dem Deal verschiebt sich auch die Führungsstruktur grundlegend. Nach Abschluss der Transaktion soll Redickaa Subrammanian, Mitgründerin und bisherige CEO von Resulticks, die Leitung der kombinierten Gesellschaft übernehmen. Miles Pelham tritt als Chairman zurück, der Vorstand wird um neue Direktoren aus dem Kreis der Resulticks-Aktionäre erweitert.

Eine außerordentliche Hauptversammlung ist für den 8. Oktober angesetzt; dort sollen Aktionäre den Aktienkaufvertrag, eine Erhöhung des genehmigten Grundkapitals sowie eine neue Satzung absegnen. Der Abschluss der Übernahme wird spätestens für den 30. Oktober angestrebt.

Resulticks bringt profitables Geschäft mit

Während Diginex operativ noch tief in den roten Zahlen steckt, weist der Übernahmepartner andere Kennzahlen auf: Resulticks meldete für das Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von 150 Millionen US-Dollar und einen Gewinn nach Steuern von 17 Millionen US-Dollar, bei einer Wachstumsrate von über 60 Prozent seit der Pandemie.

Zur Absicherung des kombinierten Geschäfts nach dem Closing hat Diginex bereits gesicherte private Finanzierungszusagen über 70 Millionen US-Dollar eingesammelt.

Am Kapitalmarkt zeigt sich die Aktie zuletzt schwach: Der Schlusskurs lag am Montag bei 1,19 US-Dollar, binnen 30 Tagen verlor das Papier 18 Prozent. Die annualisierte Volatilität von 112 Prozent unterstreicht, wie nervös der Markt die Transaktion begleitet.

Für Anleger bleibt die Gemengelage komplex: Ein stark wachsendes, aber verlustreiches Diginex verschmilzt mit einem profitablen Partner – die Antwort auf die Frage, ob daraus ein tragfähiges Geschäft entsteht, dürfte sich erst nach der Hauptversammlung am 8. Oktober und dem angestrebten Closing Ende Oktober zeigen.