Bei Diginex bahnt sich ein Machtkampf zwischen Leerverkäufern und dem Unternehmen an. Fast zwei Drittel des Handelsvolumens der letzten Tage entfallen auf Short-Wetten. Gleichzeitig tickt die Nasdaq-Uhr: Bis zum 21. September muss der Kurs dauerhaft über einem Dollar bleiben.

Aktuell notiert die Aktie bei 1,05 US-Dollar. Auf Wochensicht steht ein Minus von 8,70 Prozent zu Buche, auf Monatssicht dagegen ein Plus von 1,94 Prozent. Diese Diskrepanz zeigt: Die Aktie schwankt extrem, ohne klare Richtung.

Leerverkäufer bauen Position massiv aus

Die Zahlen sprechen für sich. In den vergangenen fünf Handelstagen wechselten 32.609.233 Diginex-Aktien den Besitzer. Davon waren 20.988.086 Aktien Leerverkäufe.

Über zehn Handelstage bleibt das Bild fast unverändert. 21.506.466 von insgesamt 33.903.135 gehandelten Aktien gingen auf Short-Positionen zurück. Auffällig ist die geringe Eindeckungsaktivität: Die Shorts bauen ihre Wetten auf, decken sich aber kaum ein.

Genau das macht die Lage brisant. Kommt es zu positiven Nachrichten bei der laufenden Übernahme oder stabilisiert sich der Kurs, könnten Leerverkäufer zum Eindecken gezwungen sein. Ein solcher Short Squeeze würde den Kurs zusätzlich nach oben treiben.

Neuer Vertriebschef mitten in der Übernahmephase

Während die Shorts Druck aufbauen, baut Diginex sein Management aus. Jan-Jaap Verhoeve übernimmt ab sofort den Posten des Chief Commercial Officer. Er soll das weltweite Geschäft vorantreiben.

Die Personalie kommt zu einem sensiblen Zeitpunkt. Diginex richtet seine Struktur gerade auf die geplante Übernahme von Resulticks aus.

Übernahme-Frist verschoben, Nasdaq-Druck bleibt

Die milliardenschwere Resulticks-Übernahme bleibt der wichtigste Kurstreiber. Diginex und Resulticks haben das sogenannte Long-Stop-Datum verlängert. Statt zum 30. Juni 2026 läuft die Frist nun bis zum 31. Juli 2026.

Beide Seiten sprechen von einer festen Finanzierungsabsicht privater Investoren. Öffentliche Finanzierungsrunden plant Diginex nicht, aktuell arbeiten die Parteien an der finalen Dokumentation.

Zur Übernahme-Unsicherheit kommt die Nasdaq-Vorgabe hinzu. Bleibt der Kurs dauerhaft unter einem Dollar, droht ein Delisting. Der RSI von 45,2 zeigt aktuell weder eine überkaufte noch überverkaufte Situation an — ein neutraler Wert in einem alles andere als neutralen Umfeld.

Volatilität bleibt außergewöhnlich hoch

Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 203,20 Prozent. Damit zählt Diginex weiterhin zu den schwankungsintensivsten Aktien am Markt.

Drei Faktoren bestimmen die kommenden Wochen: die Finanzierungsfrage bei Resulticks, die Nasdaq-Frist im September und die hohe Short-Positionierung. Bis zum 31. Juli muss sich zeigen, ob die private Finanzierung der Übernahme tatsächlich steht.