Nach einer Rallye von über 73 Prozent seit Jahresbeginn legt DocMorris eine Pause ein. Während die Aktie zuletzt leicht korrigierte, zieht das operative Geschäft im wichtigen deutschen Markt massiv an. Anleger blicken nun verstärkt auf die Profitabilität des Online-Apotheken-Konzerns.

Die Aktie notiert aktuell bei 10,98 Euro. Das entspricht einem Rückgang von knapp neun Prozent gegenüber dem jüngsten Jahreshoch. Marktbeobachter werten dies als gesunde Konsolidierung nach dem massiven Kursanstieg der vergangenen Monate.

Rx-Wachstum beflügelt Umsatz

Im zweiten Quartal steigerte DocMorris den Außenumsatz wechselkursbereinigt um 15,2 Prozent auf rund 310 Millionen CHF. Vor allem das Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten (Rx) in Deutschland wächst schnell. Hier verzeichnete der Konzern ein Plus von 45,8 Prozent.

Der Erfolg hängt eng mit der flächendeckenden Einführung des E-Rezepts zusammen. Eine höhere Akzeptanz bei Patienten und effizientere Werbemaßnahmen trieben die Nachfrage zuletzt an. Diese operative Dynamik gleicht die kurzfristigen Rücksetzer am Aktienmarkt fundamental aus.

Sparprogramm durch Künstliche Intelligenz

Um die Gewinnzone zu erreichen, setzt das Management konsequent auf eine „AI-First“-Strategie. Automatisierte Prozesse sollen jährlich mindestens 15 Millionen CHF einsparen. Parallel dazu streicht das Unternehmen rund 100 Stellen, um die Kostenbasis nachhaltig zu senken.

Das Ziel steht fest: Im Jahr 2026 will DocMorris den Break-even beim bereinigten EBITDA erreichen. Die Zahl der aktiven Kunden wuchs dafür zuletzt auf 12,9 Millionen. Effizienzsteigerungen und Kundenwachstum müssen nun Hand in Hand gehen.

Die Meinungen der Experten gehen derweil auseinander. Jefferies rät weiterhin zum Kauf und lobt die Dynamik im Rezeptgeschäft. Die UBS hingegen stufte den Wert auf „Neutral“ hoch, sieht aber viele Erfolge bereits im aktuellen Kurs eingepreist.

Im August 2026 veröffentlicht DocMorris die detaillierten Halbjahreszahlen. Dann muss der Vorstand belegen, dass das Wachstum im Rx-Bereich ohne explodierende Marketingkosten funktioniert. Ein Update zur Jahresprognose liefert dann die nötige Klarheit für den Pfad zur Profitabilität.