Doximity Aktie: Unglückliche Entwicklungen

Trotz solider Quartalszahlen drückt eine schwache Umsatzprognose für das vierte Quartal die Doximity-Aktie. Grund sind eingefrorene Pharma-Marketingbudgets nach neuen Regulierungen.

Doximity Aktie
Kurz & knapp:
  • Aktie fällt nach Quartalsbericht um über 5 Prozent
  • Umsatzprognose für Q4 deutlich unter Erwartungen
  • Pharma-Budgets durch Regulierungen eingefroren
  • KI-Produkte zeigen Wachstum, aber noch keine Umsätze

Die Doximity Aktie steht massiv unter Druck. Aktuell notiert der Titel bei 33,32 Dollar – gefährlich nahe am 52-Wochen-Tief von 32,66 Dollar. Nach der Vorlage der Quartalszahlen am 5. Februar 2026 sackte die Aktie im nachbörslichen Handel um 5,48 Prozent ab. Der Grund: Trotz solider Ergebnisse enttäuschte der Ausblick auf Anleger.

Das dritte Geschäftsquartal des Fiskaljahres 2026 lieferte auf den ersten Blick positive Signale. Der Gewinn je Aktie lag mit 0,46 Dollar leicht über der Konsensschätzung von 0,45 Dollar. Die Erlöse erreichten 185,1 Millionen Dollar und übertrafen die Erwartungen von 181,63 Millionen Dollar um knapp 2 Prozent. Im Jahresvergleich entspricht das einem Umsatzwachstum von 10 Prozent.

Pharma-Budgets bleiben eingefroren

Doch das vierte Quartal trübt das Bild erheblich. Das Management rechnet nur noch mit Umsätzen zwischen 143 und 144 Millionen Dollar – ein mageres Wachstum von lediglich 4 Prozent. Die Ursache liegt in der zögerlichen Freigabe von Marketingbudgets durch Pharmaunternehmen. 16 der 20 größten Pharmakonzerne unterzeichneten zwischen Ende Dezember und Anfang Januar sogenannte Most-Favored-Nation-Abkommen mit dem Weißen Haus. Diese Vereinbarungen zu Preisen und Zöllen führten zu erheblicher Unsicherheit bei der Jahresplanung.

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Konkret bedeutet das: Viele Kunden setzten einen geringeren Anteil ihres Jahresbudgets als üblich ein, weil die Planungen für 2026 noch nicht abgeschlossen waren. Zahlreiche Verträge, die normalerweise bis zum 31. Dezember unterschrieben werden, rutschten ins vierte Quartal. Das zeigt sich im Januar: Die Buchungen aus dem Pharmabereich erreichten das beste Wachstum seit dem Börsengang – doch die Effekte kommen zu spät für das laufende Quartal.

Piper Sandler reagierte drastisch und senkte das Kursziel von 70 auf 40 Dollar. Die Analysten sehen das Marktwachstum für Doximity auf rund 5 Prozent abgebremst, während sich Verkaufszyklen verlängern. Auch JPMorgan stufte die Aktie auf „Neutral“ herab, wenn auch von „Underweight“. Das neue Kursziel liegt bei 40 Dollar, zuvor waren es 62 Dollar.

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KI-Offensive zeigt erste Erfolge

Einen Lichtblick liefert die Künstliche Intelligenz. Über 300.000 verschreibende Ärzte nutzten im dritten Quartal die KI-Produkte von Doximity – im ersten vollständigen Quartal nach der Übernahme von Pathway AI im August ein beachtlicher Wert. Über 100 der führenden Gesundheitssysteme des Landes haben die KI-Suite bereits gekauft, was Zugang zu mehr als 180.000 Ärzten bedeutet.

In einer Head-to-Head-Studie mit über 1.300 Ärzten bevorzugten die Mediziner DocsGPT mit doppelt so hoher Rate wie den nächsten Wettbewerber. Besonders bei arzneimittelbezogenen Fragen punktet die Plattform, da sie als einzige medizinische KI über eine integrierte deterministische Medikamentenreferenz verfügt. Allerdings: Bislang fließen aus den KI-Produkten keine Umsätze. Eine Kommerzialisierung ist erst für später im Jahr geplant.

Mit einem Forward-KGV von 20,68 ist die Bewertung deutlich gesunken. Von den 21 Analysten empfehlen 15 den Kauf, fünf raten zum Halten, einer zum Verkauf. Das mittlere Kursziel liegt bei 62,19 Dollar – 76 Prozent über dem aktuellen Niveau. Doch ohne konkrete Zahlen zur KI-Monetarisierung und bei anhaltendem Budgetdruck im Pharmabereich bleibt fraglich, ob die Aktie diese Ziele bald erreichen kann.

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