DraftKings hat die Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 vorgelegt und damit für eine deutliche Kursreaktion gesorgt. Während der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sank und hinter den Erwartungen der Analysten zurückblieb, konnte das Unternehmen beim Ergebnis je Aktie positiv überraschen. Anleger honorieren am heutigen Freitag die Profitabilitätskennzahlen und die bestätigten Jahresziele, was die Aktie in einem schwachen Gesamtjahr stabilisiert.

Sportliche Ergebnisse belasten Quartalsumsatz

Das Unternehmen meldete für das zweite Quartal einen Umsatz von 1,443 Milliarden US-Dollar. Damit verfehlte DraftKings die Konsensschätzung der Analysten, die im Vorfeld bei 1,52 Milliarden US-Dollar gelegen hatte. Im Jahresvergleich entspricht dies einem Rückgang von 5 Prozent. Als Hauptgrund für diese Entwicklung nannte DraftKings am Donnerstag „kundenfreundliche Sportergebnisse“. Insbesondere der Gewinn der NBA-Meisterschaft durch die New York Knicks sowie Ergebnisse im Rahmen der Weltmeisterschaft hätten das Ergebnis beeinflusst. Zudem führten verstärkte Reinvestitionen in Werbemaßnahmen für das Sportsbook und die Predictions-Sparte zu einem höheren Aufwand.

Trotz des Umsatzrückgangs auf Konzernebene stieg das Konsumentenvolumen im Sportbereich um 15 Prozent auf 13,1 Milliarden US-Dollar. Die Zahl der monatlich aktiven Zahler (Monthly Unique Payers) kletterte um 9 Prozent auf 3,6 Millionen. Unterm Strich verbuchte DraftKings einen Nettoverlust von 67,6 Millionen US-Dollar, nachdem im Vorjahresquartal noch ein Nettogewinn von 157,9 Millionen US-Dollar erzielt worden war. Beim bereinigten Ergebnis je Aktie meldete das Unternehmen jedoch 0,09 US-Dollar und schlug damit die Erwartungen von 0,02 US-Dollar deutlich.

Fokus auf Expansion und Prognose

An seiner Prognose für das Gesamtjahr 2026 hält das Management fest. DraftKings erwartet weiterhin einen Jahresumsatz in der Spanne von 6,5 bis 6,9 Milliarden US-Dollar. Das bereinigte EBITDA wird unverändert zwischen 700 und 900 Millionen US-Dollar prognostiziert. Wachstum verspricht sich die Konzernführung zudem von der neuen Predictions-Plattform, die laut Unternehmensangaben schneller wächst als ursprünglich antizipiert. Bereits im Mai erreichte diese Sparte ein annualisiertes Handelsvolumen von 3,1 Milliarden US-Dollar.

Parallel zur operativen Entwicklung treibt DraftKings die geografische Expansion voran. Am 13. Juli startete das Unternehmen sein Online-Sportsbook und Casino-Angebot in Alberta, Kanada. Damit ist die Marke nun in 34 Jurisdiktionen in Nordamerika vertreten. In den USA ist der Dienst aktuell in 27 Bundesstaaten sowie in Washington D.C. und Puerto Rico live.

Analysten passen Kursziele an

Die jüngsten Zahlen führten zu einer Welle von Kurszielanpassungen durch namhafte Analysehäuser. Die Analysten von Bernstein senkten am Donnerstag ihr Ziel von 31 auf 27 US-Dollar, blieben jedoch bei ihrer Einstufung auf „Buy“. Zur Begründung verwies das Haus auf die kurzfristigen Gegenwindfaktoren im Bereich der Vorhersagemärkte. JPMorgan hingegen zeigte sich optimistischer und hob das Kursziel am Mittwoch von 31 auf 34 US-Dollar an, bei einer gleichbleibenden Bewertung als „Overweight“.

An der Börse führt die Gewinn-Überraschung heute zu einem deutlichen Kurssprung. Die Aktie von DraftKings notiert aktuell bei 20,50 € und verzeichnet damit ein Plus von 8,47 %. Trotz dieses kräftigen Tagesgewinns bleibt die längerfristige Performance herausfordernd: Seit Jahresbeginn summiert sich der Kursrückgang auf 30,07 %. Marktbeobachter dürften nun gespannt auf die heutige Telefonkonferenz blicken, in der weitere Details zur Wachstumsstrategie erwartet werden.