DroneShield hat heute die Berufung von Rebecca Lowde zur neuen Finanzchefin bekanntgegeben. Sie tritt ihr Amt im November an und bringt Erfahrung aus Stationen bei MYOB, Afterpay, Salmat und Bravura Solutions mit. Der Wechsel an der Finanzspitze fällt in eine Phase, in der der australische Drohnenabwehr-Spezialist seine Wachstumsprognose weiter nach oben schraubt.

Das Unternehmen bezifferte das für das Geschäftsjahr 2026 bereits vertraglich gesicherte Umsatzvolumen nun auf über 250 Millionen australische Dollar – zuvor hatte DroneShield diese Größe mit 240 Millionen australischen Dollar angegeben.

Die Jahresprognose von 250 bis 270 Millionen australischen Dollar bleibt damit im Zielkorridor, rückt aber näher an dessen oberes Ende. Zusätzlich stellte das Unternehmen in Aussicht, für 2027 und darüber hinaus weitere 46 Millionen australische Dollar an gesichertem Umsatz zu erschließen.

Erster Auftrag für neue Produktgeneration

Parallel zur Personalie meldete DroneShield die erste Bestellung für das KI-gestützte RfRecon-Gerät. Die Auslieferung für den westeuropäischen Markt ist für das laufende Jahresende geplant.

Die neue Produktgeneration war bereits vor über einem Monat vorgestellt worden, seither hat das Papier rund 29,6 Prozent an Wert verloren – der erste konkrete Bestelleingang liefert nun einen greifbaren Beleg dafür, dass die Technologie auch kommerziell Anklang findet.

Die Personalentscheidung ist mehr als eine reine Verwaltungsmeldung. Nach den Halbjahreszahlen vom vergangenen Dienstag, die trotz eines Umsatzsprungs einen deutlich höheren Nettoverlust offenlegten, hatte es an den Kapitalmärkten Kritik an der Kommunikation des Unternehmens gegeben.

Eine neue Finanzchefin mit Erfahrung bei etablierten börsennotierten Unternehmen wie Afterpay soll dazu beitragen, institutionelle Investoren stärker anzusprechen und die Transparenz zu erhöhen.

Kurs bleibt unter Druck

An der Börse hat die Kombination aus angehobenem Umsatzausblick und neuer Führungskraft bislang keine Trendwende ausgelöst. Die Aktie notiert aktuell bei 1,05 Euro und damit 0,9 Prozent leichter als am Vortag.

Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Minus von 18 Prozent zu Buche – ein Zeitraum, in dem sowohl die neue Produktgeneration vorgestellt wurde als auch die Halbjahreszahlen mit dem ausgeweiteten Verlust erschienen. Der Titel bewegt sich damit weiterhin deutlich unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 1,24 Euro.

Die operative Substanz spricht unterdessen für sich: Committed Revenue steigt, die Auftragsbücher füllen sich mit neuen Produktlinien, und das Unternehmen bleibt nach eigenen Angaben schuldenfrei.

Ob die neue Finanzchefin und die frische Bestellung für RfRecon reichen, um das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen, wird sich an den kommenden Quartalszahlen zeigen müssen. Für den Moment bleibt die Diskrepanz zwischen operativem Wachstum und Kursentwicklung das prägende Merkmal der DroneShield-Aktie.