Starke Aufträge, prominente Neuzugänge und volle Kassen. Eigentlich läuft bei DroneShield operativ alles nach Plan. Die Börse sieht das völlig anders. Die Aktie stürzte allein in dieser Woche um fast 23 Prozent ab.
Am Freitag schloss das Papier bei 1,28 Euro. Das entspricht einem Minus von gut 64 Prozent gegenüber dem Rekordhoch vom vergangenen Oktober. Der RSI-Indikator signalisiert mit einem Wert von 19,9 eine massive Überverkauf-Situation.
Operative Erfolge verpuffen
Dabei lieferte das Management zuletzt reihenweise gute Nachrichten. Ab Juli verstärkt der pensionierte Konteradmiral Lee Goddard den Verwaltungsrat. Er soll mit seiner jahrzehntelangen Erfahrung neue Rüstungsaufträge sichern. Parallel dazu treibt das Unternehmen seine Expansion in Europa voran.
In Polen startete DroneShield eine neue Lieferketten-Kampagne. Das Land investiert als NATO-Spitzenreiter massiv in die Verteidigung. Auf der Rüstungsmesse Eurosatory in Paris folgte der nächste Schritt. Dort schloss der Konzern eine strategische Partnerschaft mit dem Mobilitätsspezialisten Defenture.
Auch finanziell steht der Drohnenabwehr-Spezialist solide da. Ein neuer US-Auftrag bringt bis zu 24,9 Millionen Dollar ein. Die Kasse ist mit über 222 Millionen Australischen Dollar prall gefüllt. Schulden hat das Unternehmen keine.
Die australische Börse befreite DroneShield sogar von den strengen vierteljährlichen Berichtspflichten. Das werten Marktbeobachter als klaren Reifebeweis. Die Projektpipeline umfasst aktuell 312 Vorhaben. Deren Gesamtwert liegt bei rund 2,2 Milliarden Australischen Dollar.
Ermittlungen belasten den Kurs
Ein einziger Faktor überschattet derzeit alle operativen Erfolge. Die australische Finanzaufsicht ASIC ermittelt gegen das Unternehmen. Es geht um Aktienverkäufe des ehemaligen CEOs Oleg Vornik und zweier weiterer Direktoren im vergangenen November.
Kurz nach diesen Insiderverkäufen meldete DroneShield einen millionenschweren Neuauftrag. Wenige Stunden später zog das Management diese Meldung wieder zurück. Die Folge: ein massiver Vertrauensverlust. Das Unternehmen kooperiert zwar vollumfänglich mit den Behörden. Die Unsicherheit zwingt Investoren jedoch zu einem deutlichen Bewertungsabschlag.
Ein Ende dieser Hängepartie ist vorerst nicht in Sicht. Am 26. August präsentiert DroneShield die Halbjahreszahlen. Dieser Termin wird zum entscheidenden Härtetest. Dann muss das Management beweisen, dass die vollen Auftragsbücher echtes Umsatzwachstum generieren. Bis dahin gibt die ASIC-Untersuchung die Richtung vor.
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