DroneShield hat heute in einem Trading-Update den gesicherten Umsatz für das Geschäftsjahr 2026 auf 251 Millionen australische Dollar beziffert. Damit bewegt sich das Unternehmen innerhalb der zuvor ausgegebenen Umsatzprognose von 250 bis 270 Millionen AUD.
Zugleich gab der Hersteller von Anti-Drohnen-Technologie bekannt, dass Rebecca Lowde zum 2. November die Position der Finanzchefin übernimmt und damit Carla Balanco nachfolgt, die das Unternehmen nach mehr als acht Jahren verlässt.
Lowde bringt drei Jahrzehnte Erfahrung in Führungsrollen mit, zuletzt als Finanzchefin bei MYOB, dem von KKR gehaltenen Anbieter von Buchhaltungssoftware, wo sie eine Umschuldung begleitete und das EBITDA-Wachstum durch Produktmonetarisierung vorantrieb. Zuvor war sie Finanzchefin und Personalchefin bei Afterpay und begleitete dort eine Kapitalerhöhung über 1,5 Milliarden US-Dollar sowie die 39-Milliarden-Dollar-Übernahme durch Block.
Neben der Personalie und dem Trading-Update meldete DroneShield den ersten Auftrag für sein KI-gestütztes RfRecon-Gerät, das bis Ende des Jahres bei einem bestehenden westeuropäischen Militärkunden zum Einsatz kommen soll. Wertmäßig ist der Auftrag nicht bedeutend, gilt aber als Bestätigung für die nächste Generation der Gegendrohnen-Lösungen des Unternehmens. Für die Zeit ab 2027 liegt der gesicherte Umsatz bislang bei 46 Millionen AUD.
Halbjahreszahlen als Hintergrund
Diese Neuigkeiten folgen auf die Halbjahreszahlen, die DroneShield Ende August vorgelegt hatte. Der Umsatz im ersten Halbjahr 2026 stieg um 74 Prozent auf 125,8 Millionen AUD gegenüber 72,3 Millionen AUD im Vorjahreszeitraum.
Der wiederkehrende Umsatz legte um 229 Prozent auf 11,5 Millionen AUD zu und macht mittlerweile 9,2 Prozent des Gesamtumsatzes aus, bei 4.100 weltweit eingesetzten softwaregestützten Geräten.
Unter dem Strich stand jedoch ein Verlust: Der Konzern verbuchte im ersten Halbjahr einen statutarischen Verlust nach Steuern von 32,2 Millionen AUD, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Gewinn von 2,1 Millionen AUD erzielt worden war. Das bereinigte EBITDA rutschte auf minus 12,4 Millionen AUD, verglichen mit plus 8,0 Millionen AUD ein Jahr zuvor.
Positiv fällt die Bilanzseite aus: Zum 30. Juni verfügte DroneShield über liquide Mittel und Termineinlagen von 180 Millionen AUD und war schuldenfrei.
Kurs bleibt unter Druck
An der Börse spiegelt sich diese Gemengelage aus Wachstum und Verlusten in einem angeschlagenen Kursverlauf wider. Die Aktie schloss gestern bei 1,05 Euro und liegt damit rund 72 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 3,79 Euro, das Anfang Oktober markiert wurde. Auf Sicht von 30 Tagen büßte das Papier 18 Prozent ein, ein Zeichen dafür, dass Anleger die operativen Fortschritte bislang nicht honorieren.
Für zusätzliche Unsicherheit sorgt eine laufende Untersuchung der australischen Finanzaufsicht ASIC. Sie bezieht sich auf Mitteilungen an die Börse ASX zwischen dem 1. und 20. November 2025 sowie auf Aktienverkäufe im Zeitraum vom 6. bis 12. November 2025. In diesem Fenster hatten der frühere Vorstandschef Oleg Vornik, der damalige Verwaltungsratsvorsitzende Peter James und Direktor Jethro Marks gemeinsam Anteile im Wert von 66,8 Millionen AUD veräußert.
Zusätzliches Wachstumspotenzial liegt in einem europäischen Konsortium mit Anduril, COBS und Nokia im Rahmen der RE-ARM-2030-Initiative, bei dem eine Entscheidung über die Auftragsvergabe für die zweite Jahreshälfte erwartet wird. Ob der personelle Umbruch an der Finanzspitze und die neuen Auftragsmeldungen das Vertrauen der Anleger zurückgewinnen können, dürfte sich erst in den kommenden Monaten zeigen.
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