Weitere 7,8 % Abschlag musste am Freitag die Aktie von DroneShield hinnehmen. Die Kurstafeln weisen nur noch 1,30 Euro aus. Das Papier befindet sich damit schlicht und ergreifend in einem massiven Abwärtstrend.

Ein Blick auf die Statistik unterstreicht diese Entwicklung. Innerhalb der vergangenen vier Wochen ist die Aktie inzwischen um 221,57 % gefallen. Vieles spricht dafür, dass dies weiterhin mit den Sorgen rund um die Untersuchungen der australischen Börsenaufsicht ASIC zusammenhängt. Die Behörde prüft mögliche Verstöße gegen Offenlegungspflichten im Zusammenhang mit Insiderverkäufen aus dem Herbst des vergangenen Jahres.

Die Unsicherheit ist aktuell ausgesprochen groß!

Diese nach wie vor schwer einzuschätzende Unsicherheit bildet derzeit den Rahmen, in dem sich offenbar auch immer mehr Short-Investoren positionieren. Die aktuelle Short-Quote soll bei rund 12,2 % der ausstehenden Aktien liegen. Das entspräche etwa 112,6 Millionen leerverkauften Aktien. Gegenüber Juni ist die Quote damit um rund 1,3 %-Punkte gestiegen. Mit anderen Worten: Die Aktie zieht derzeit verstärkt Leerverkäufer an. Dies ist Ausdruck der anhaltenden Unsicherheit rund um das Unternehmen.

Fraglich bleibt allerdings, ob die Short-Investoren am Ende tatsächlich richtig liegen. Denn aus wirtschaftlicher Sicht hat sich die Lage von DroneShield bislang nicht in gleichem Maße verschlechtert. Das zeigt sich auch in den Markterwartungen.

Bislang rechnete der Markt für das Unternehmen mit einem Umsatz von rund 323 Millionen australischen Dollar im laufenden Jahr. Jefferies ist inzwischen jedoch etwas vorsichtiger geworden. Die Investmentbank hat ihre Umsatzprognosen für DroneShield für die Jahre 2026 bis 2028 um rund 9 % reduziert und in diesem Zusammenhang auch die Gewinnerwartungen je Aktie nach unten angepasst. Je nach Jahr wurden die Gewinnschätzungen um etwa 5 bis 16 % gesenkt.

Jefferies begründet diese Einschätzung im Wesentlichen mit zwei Faktoren. Zum einen seien größere Auftragserfolge bislang ausgeblieben. Zum anderen werde das Zeitfenster für die Auslieferung bereits vorhandener Aufträge zunehmend enger. Deshalb seien auch die bisherigen Umsatzprognosen mit einer gewissen Vorsicht zu betrachten. Für das kommende Jahr rechnet der Markt derzeit mit einem Umsatz von rund 410 Millionen australischen Dollar. Jefferies bewertet diese Erwartungen jedoch zurückhaltender.

Generell befindet sich das Unternehmen operativ dennoch auf einem deutlich besseren Weg, als dies noch vor einigen Monaten zu erwarten gewesen wäre. Der Markt scheint derzeit jedoch jede negative Nachricht aufzugreifen, um die bestehenden Short-Positionen weiter auszubauen.

Abgesehen von der vorsichtigeren Einschätzung von Jefferies gehen die meisten Analysten weiterhin davon aus, dass die Aktie deutlich höher bewertet sein könnte.