Auch am Dienstag verlor die Aktie von DroneShield weiter. Es waren schließlich nur -0,03 Euro, aber ein Abschlag in Höhe von -2,25 %, der die Aktie auf 1,17 Euro brachten. Die Aussicht auf einen Kurs in der Nähe von 1 Euro rückt wieder näher.

Dabei ist die Ausgangslage bei DroneShield ungewöhnlich widersprüchlich. Einerseits expandiert das Unternehmen in neue Technologiebereiche, gewinnt internationale Großaufträge und verfügt über eine prall gefüllte Vertriebspipeline. Andererseits sinken die Margen, Analysten werden vorsichtiger und die Aktie befindet sich weiterhin in einem ausgeprägten Abwärtstrend. Spannend bleibt es.

DroneShield: Kann die Wende noch kommen?

Besonders interessant ist die strategische Entwicklung jenseits des klassischen Geschäfts mit Drohnenabwehr. Mit RfAI-3 hat DroneShield eine neue Generation seiner Technologie zur Funkfrequenz-Erkennung vorgestellt, die auch unbekannte Drohnensignaturen identifizieren soll. Hinzu kommt RfRecon, ein tragbares System zur Erkennung, Analyse und Ortung von Funksignalen in Echtzeit. Damit versucht das Unternehmen, seine Abhängigkeit vom reinen Counter-Drone-Geschäft zu reduzieren und stärker in die elektronische Aufklärung vorzudringen. Größere kommerzielle Beiträge werden hier allerdings frühestens ab der zweiten Jahreshälfte 2026 erwartet.

Auch das bestehende Geschäft liefert weiterhin starke Signale. Der Halbjahresumsatz stieg vorläufig um 74 % auf 125,8 Mio. AUD, während das zugesagte beziehungsweise gesicherte Umsatzvolumen nach sieben Monaten bereits 206 Mio. AUD erreichte. Auftragsseitig kamen Ende Juli unter anderem 23,2 Mio. AUD von einem europäischen Militärkunden sowie 24,9 Mio. AUD von der Joint Interagency Task Force 401 des US-Verteidigungsministeriums hinzu. Rund die Hälfte der Vertriebspipeline entfällt inzwischen auf Europa.

Die Börsen sind hier indes aktuell offensichtlich nicht überzeugt.

Der Grund für die Skepsis liegt vor allem im Verhältnis zwischen Wachstum und Erwartung. Die Jahresprognose von 250 bis 270 Mio. AUD liegt deutlich unter den zuvor am Markt erwarteten rund 320 bis 323 Mio. AUD. Gleichzeitig sank die Bruttomarge auf rund 60 %, nachdem sie im Vorjahr noch etwa 65 % betragen hatte. Selbst bei weiter hohem Wachstum stellt sich damit die Frage, wie profitabel DroneShield seine steigenden Umsätze künftig realisieren kann. Am 26.8. entscheidet sich mit den endgültigen Halbjahreszahlen alles.