DroneShield hält an seiner Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2026 fest. Das Unternehmen bestätigte am 27. August eine Zielspanne von 250 bis 270 Millionen australischen Dollar, gestützt auf bereits fest zugesagte Aufträge von 240 Millionen australischen Dollar zum 21. August. Damit deckt das Auftragsbuch rund 89 bis 96 Prozent der Zielspanne ab – ein Signal, das die Diskussion um die Kommerzialisierung des Anti-Drohnen-Spezialisten neu befeuert.
Die Bestätigung kommt zu einem heiklen Zeitpunkt. Erst gestern hatte DroneShield für das erste Halbjahr 2026 einen Rekordumsatz von 125,8 Millionen australischen Dollar gemeldet, ein Plus von 74 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Zugleich rutschte das Unternehmen in einen Nettoverlust nach Steuern von 32,2 Millionen australischen Dollar, nachdem im Vorjahreshalbjahr noch ein Gewinn von 2,1 Millionen australischen Dollar zu Buche stand. Ursache waren ein Anstieg der Betriebskosten um 122 Prozent sowie Wertberichtigungen auf Lagerbestände.
Verwässerung durch Optionsausübungen
Parallel zur Guidance-Bestätigung beantragte DroneShield am 27. August die Notierung von 1.128.946 neuen Stammaktien an der ASX. Sie entstehen aus der Ausübung beziehungsweise Wandlung bestehender Optionen und Wandelinstrumente. Für Anleger bedeutet das eine leichte Verwässerung – in einem Umfeld, in dem der Markt ohnehin bereits kritisch auf die Kapitalintensität des Wachstumskurses blickt.
Ein Hoffnungsträger für die künftige Ertragsqualität ist das Abo-Geschäft. Der wiederkehrende Umsatz aus Software-Abonnements stieg im ersten Halbjahr auf 9,2 Prozent des Gesamtumsatzes beziehungsweise 11,5 Millionen australischen Dollar, nach rund 3 Prozent im Vorjahreszeitraum.
Getragen wird dieser Anstieg von einer installierten Basis von 4.100 softwarefähigen Geräten. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, würde DroneShield planbarere Einnahmen generieren – ein Argument, das Bell Potter vor rund einem Monat trotz einer Kürzung des Kursziels auf 2,40 australische Dollar als Stütze für das obere Ende der Jahresprognose anführte.
Skeptischere Stimmen bleiben im Raum
Nicht alle Analysten teilen den optimistischen Blick. Bereits Ende Mai hatte Jefferies die Umsatzprognosen für die Geschäftsjahre 2026 bis 2028 um rund 9 Prozent gekappt und bemängelt, dass DroneShield spezifische Angaben zur Vertriebspipeline aus seinen Mitteilungen gestrichen habe.
Diese Einschätzung liegt inzwischen drei Monate zurück und spiegelt damit nicht die jüngste Nachrichtenlage rund um Guidance und Halbjahreszahlen wider, bleibt aber als Warnsignal zur mangelnden Transparenz im Raum.
Ungeklärt ist zudem weiterhin die Untersuchung der australischen Finanzaufsicht ASIC zu Börsenmitteilungen und Handelsaktivitäten des Unternehmens seit November 2025. DroneShield bestätigte am 26. August, weiterhin mit der Behörde zu kooperieren, ohne dass ein Ergebnis absehbar wäre.
Kurs bleibt unter Druck
Der deutsche Handel spiegelt die Verunsicherung wider: Am Freitag schloss die Aktie bei 1,08 Euro, ein Minus von 0,7 Prozent auf Tagessicht. Seit Jahresbeginn hat das Papier rund 40 Prozent verloren und notiert damit 71 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 3,79 Euro vom 1. Oktober.
Zum jüngsten 52-Wochen-Tief von 0,8230 Euro, markiert am 21. November, besteht dagegen noch ein Polster von 32 Prozent. Für Anleger bleibt die entscheidende Frage, ob das bestätigte Auftragsbuch tatsächlich in profitables Wachstum mündet – oder ob die Verlustphase länger anhält als der Markt derzeit einpreist.
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