Mit 1,085 Euro und einem Tagesverlust von 0,69 % war die DroneShield am Freitag in katastrophaler Verfassung. Die letzten Charttechniker werden hier langsam Verkaufssignale sehen. Spätestens bei 1 Euro wartet nun eine sehr wichtige Unterstützung.

In der vergangenen Woche lieferten die Australer Quartalszahlen, die in Teilen bereits bekannt waren. Die Börsen reagierten erschüttert. Dabei steht inzwischen weniger das reine Umsatzwachstum im Mittelpunkt als die Frage, ob die Expansion des Unternehmens auch wirtschaftlich funktioniert. Mit den nun offiziellen Halbjahreszahlen hat sich diese Diskussion weiter verschärft: Der Umsatz stieg um 74 % auf 125,8 Mio. AUD, gleichzeitig fiel das Unternehmen beim Nettoergebnis von einem Gewinn von 2,12 Mio. AUD auf einen Verlust von 32,2 Mio. AUD.

DroneShield: Das wird aktuell zum Problem

Besonders kritisch fällt der Blick auf die Kostenentwicklung aus. Die operativen Aufwendungen erhöhten sich um 122 % und damit deutlich schneller als die Erlöse. Beim Underlying EBITDA steht inzwischen ein Minus von 12,4 Mio. AUD nach einem Plus von 8,0 Mio. AUD im Vorjahreszeitraum. DroneShield muss deshalb zeigen, dass die hohen Investitionen in Produktion, Vertrieb und Personal tatsächlich den nächsten Wachstumsschritt vorbereiten und nicht dauerhaft die Margen belasten.

Ein wichtiger Hoffnungsträger ist RfRecon. Mit dem geplanten Hochlauf der Serienproduktion im zweiten Halbjahr soll sich die Bruttomarge wieder dem eigenen Zielwert von 65 % annähern. Im ersten Halbjahr waren es lediglich 60 %. Die Notierungen sind und bleiben vor allem deshalb im Abwärtstrend, weil genau diese Bruttomarge zu schwach ist.

Erste Auslieferungen sind bis zum Jahresende vorgesehen. Ob dieser Produktionsstart reibungslos gelingt, könnte deshalb wesentlich darüber entscheiden, ob Anleger wieder stärker auf die Skalierungschancen statt auf die aktuelle Ergebnisbelastung schauen.

Für die tatsächliche Wachstumsstory spricht weiterhin die Auftragsbasis. Das committed revenue belief sich zuletzt auf 240,4 Mio. AUD und lag damit 36 % über dem Vorjahreswert. 43 Mio. AUD davon sind bereits für 2027 und später vorgesehen. Die bestätigte Umsatzprognose von 250 bis 270 Mio. AUD für 2026 sowie Aufträge eines europäischen Militärkunden über 23,2 Mio. AUD und der US-Task-Force JIATF-401 über 24,9 Mio. AUD liefern zusätzliche Substanz.

Allerdings reicht eine große Auftragspipeline allein nicht aus. Auch die wiederkehrenden Erlöse entwickeln sich zwar dynamisch und legten um 229 % auf 11,5 Mio. AUD zu, verfehlten damit aber das eigene Halbjahresziel von 14,2 Mio. AUD. Gleichzeitig bleibt die ASIC-Untersuchung zu Mitteilungen und Handelsaktivitäten aus November 2025 offen. Die derzeit hohe Leerverkaufsquote von 15,7 % verstärkt die Nervosität zusätzlich. Deshalb sind die jüngsten Zusammenbrüche durchaus beachtlich. Analysten jedoch erwarten die Aktie noch einmal deutlich stärker als aktuell.