Der Rüstungstechnologie-Anbieter DroneShield steht weiter im Fokus der Leerverkäufer. Die Short-Quote kletterte Medienberichten zufolge Mitte August auf 15,7 Prozent, nach 15,1 Prozent in der Vorwoche – damit bleibt das Unternehmen der am stärksten leerverkaufte Titel an der australischen Börse ASX.
Als Gründe gelten Sorgen um die Bewertung sowie eine laufende Untersuchung der australischen Finanzaufsicht ASIC zur Offenlegungspraxis des Unternehmens.
Der Aktienkurs notiert am Montag bei 1,22 Euro und legte im Tagesvergleich um 0,7 Prozent zu. Auf Wochensicht steht dennoch ein Minus von 5,5 Prozent zu Buche, gegenüber dem 50-Tage-Durchschnitt von 1,41 Euro liegt der Kurs 14 Prozent zurück. Die hohe Short-Quote passt zu diesem Bild einer Aktie, die sich nach dem jüngsten Rücksetzer noch nicht stabilisiert hat.
Citigroup meldet Beteiligung – Herkunft aus Wertpapierleihe
Parallel zur wachsenden Zahl der Wetten auf fallende Kurse meldete sich am 7. August ein neuer institutioneller Aktionär zu Wort: Citigroup Global Markets Australia zeigte eine wesentliche Beteiligung an DroneShield an. Die Bank hält demnach ein relevantes Interesse an 52.537.753 Stammaktien, was einem Stimmrechtsanteil von 5,6853 Prozent entspricht.
Bemerkenswert ist die Herkunft der Position: Sie resultiert nach Angaben der Mitteilung überwiegend aus Wertpapierleihe-Vereinbarungen – ein Detail, das angesichts der parallel steigenden Short-Quote für Anleger relevant sein dürfte, da Leihgeschäfte häufig die Grundlage für Leerverkaufspositionen bilden.
Die gegenläufigen Signale summieren sich zu einem uneinheitlichen Bild: Auf der einen Seite bauen spekulative Anleger ihre Wetten gegen die Aktie aus, auf der anderen Seite hält eine internationale Großbank nun eine meldepflichtige Position, deren Motivation offen bleibt.
Produktoffensive läuft weiter
Operativ hält DroneShield an seinem Wachstumskurs fest. Auf der Canaccord Genuity Growth Conference am 10. August bekräftigte das Management den globalen Fußabdruck in mehr als 70 Ländern und kündigte für die Jahre bis 2027 weitere Produkteinführungen im Rahmen des mehrschichtigen Ökosystems für die Abwehr unbemannter Systeme an.
Am selben Tag hatte das Unternehmen mit RfRecon sein neues, portables Funkaufklärungssystem lanciert, das auf der firmeneigenen RfAI-3-Signalverarbeitung basiert.
Bell Potter reagierte auf den Produktstart mit einer aktualisierten Studie: Analyst Baxter Kirk bestätigte am 10. August die Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 2,50 australischen Dollar. Andere Häuser sind zuletzt zurückhaltender geworden – Jefferies hatte Anfang August das Kursziel deutlich gekappt und auf eine schwächere Einschätzung umgestellt, mit Verweis auf ausbleibende große Vertragsabschlüsse und eine sich verengende Auftragspipeline.
Halbjahreszahlen als nächster Prüfstein
Der nächste konkrete Termin für die Anleger ist der 26. August, wenn DroneShield die formalen Halbjahreszahlen für die sechs Monate bis Ende Juni vorlegt.
Angesichts der bereits gesenkten Jahresprognose und der hohen Volatilität von 74 Prozent auf 30-Tage-Basis dürfte der Bericht zeigen, ob das Unternehmen den europäischen Auftragseingang und die Produktneuheiten in belastbares Umsatzwachstum übersetzen kann – oder ob die Skepsis der Leerverkäufer weiter Nahrung erhält.
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