Die Vermögensverwaltungstochter der Deutschen Bank sieht sich im Immobiliensektor mit anhaltenden Herausforderungen konfrontiert. Medienberichten zufolge bereitet die DWS bei drei ihrer offenen Immobilienfonds erneute Portfolioanpassungen vor. Die FAZ griff am Freitag Berichte über einen potenziellen weiteren Abwertungsbedarf bei den Vehikeln Grundbesitz Global, Grundbesitz Europa sowie Grundbesitz Fokus Deutschland auf.

Bewertungsdruck im Immobiliensektor hält an

Die offenen Immobilienfonds stehen vor einer Neubewertung ihrer Bestände. Bereits am 29. September berichteten Branchenmedien über entsprechende Vorbereitungen innerhalb der DWS-Fondsverwaltung, bevor die FAZ die Thematik zum Ausklang der vergangenen Handelswoche erneut hervorhob. Betroffen sind die drei etablierten Anlageprodukte Grundbesitz Global, Grundbesitz Europa und Grundbesitz Fokus Deutschland.

Am Aktienmarkt zeigten sich die Anleger zuletzt zurückhaltend. Am Freitag gab das Papier um 0,4 Prozent nach und beendete die Handelswoche bei 68,45 Euro. Trotz der jüngsten Konsolidierung verzeichnet der Vermögensverwalter seit Jahresanfang einen Wertzuwachs von 21 Prozent. Vom bisherigen Jahreshöchststand trennt die Aktie aktuell ein Abstand von 13 Prozent.

Geteilte Reaktionen bei Analysten

Die Experten an den Märkten bewerten die Aussichten des Frankfurter Konzerns uneinheitlich. Das Analysehaus Jefferies bestätigte am 30. September die Kaufempfehlung und beließ das Kursziel bei 90 Euro. Die Analysten von Metzler zeigten sich am Freitag dagegen deutlich skeptischer: Sie reduzierten ihr Kursziel leicht von 62,60 auf 62 Euro und bekräftigten die Einstufung mit „Sell“.

Parallel zu den Portfoliodiskussionen treibt der Vermögensverwalter das Geschäft mit börsengehandelten Indexfonds voran. Unter der Kernmarke Xtrackers startete das Haus am 1. Oktober den Xtrackers MSCI EAFE 50% Hedged Equity ETF (Kürzel: EAFH). Das an der Börse CBOE gelistete Produkt bietet institutionellen und privaten Anlegern eine Absicherung gegen Schwankungen des US-Dollars in Höhe von 50 Prozent.

Positionierung im Vorsorgemarkt

Zusätzliche Wachstumsimpulse erhofft sich das Management aus dem Bereich der privaten Altersvorsorge. Die Deutsche Bank stellte ein durch die DWS konzipiertes digitales Standarddepot für die künftige staatlich geförderte Altersvorsorge vor. Das Gebührenmodell sieht in den ersten beiden Jahren ein laufendes Jahresentgelt von 0,10 Prozent vor. In der anschließenden Phase soll die jährliche Verwaltungsgebühr auf 0,28 Prozent steigen.

Für Kunden mit individuellem Beratungsbedarf ist zudem eine umfassendere DWS-Lösung vorgesehen, die mit 0,99 Prozent pro Jahr veranschlagt wird. Gleichzeitig justiert der Asset Manager seine Engagements an den Aktienmärkten. Über die DWS Investment GmbH meldete der Konzern eine Beteiligung an eDreams mit einem Stimmrechtsanteil von 3,644 Prozent. Zudem berührte das Institut die Meldeschwelle beim Spezialchemiekonzern LANXESS.