E.ON liefert starke Jahreszahlen und kündigt ein massiv erweitertes Investitionsprogramm an — und trotzdem fällt die Prognose für 2026 schwächer aus als das abgelaufene Jahr. Der Markt honorierte dennoch: Die Aktie kletterte auf ein neues 52-Wochen-Hoch bei 19,89 Euro.

Solides 2025, aber regulatorischer Gegenwind für 2026

Das Geschäftsjahr 2025 lief für den Essener Energiekonzern besser als erwartet. Das bereinigte EBITDA erreichte 9,8 Milliarden Euro — am oberen Ende der eigenen Prognose und neun Prozent über dem Vorjahr. Den größten Beitrag lieferte das Segment Energy Networks mit einem EBITDA-Zuwachs von zwölf Prozent auf 7,7 Milliarden Euro.

Für 2026 erwartet E.ON dagegen ein bereinigtes EBITDA zwischen 9,4 und 9,6 Milliarden Euro — und damit weniger als im Vorjahr. Der Hauptgrund: regulatorische Anpassungen, die temporäre Effekte aus den Kennzahlen herausrechnen. Hinzu kommt fehlende Klarheit über die künftigen Verzinsungssätze für das eingesetzte Kapital. Zwei Entscheidungen der Bundesnetzagentur stehen noch aus — zum Betriebskostenanpassungsfaktor Ende März und zur Gasregulierung im November. Beide beeinflussen direkt, wie rentabel die Milliarden-Investitionen ins Netz letztlich werden.

48 Milliarden für den Netzausbau

Das eigentliche Signal des Ergebnistags war das aufgestockte Investitionsprogramm. Von 2026 bis 2030 plant E.ON Investitionen von 48 Milliarden Euro — fünf Milliarden mehr als bisher. Davon fließen 40 Milliarden allein in den Ausbau, die Modernisierung und Digitalisierung des Verteilnetzes.

Der Hintergrund ist struktureller Natur: Erneuerbare Energien und stromintensive Verbraucher wie Rechenzentren belasten die Netzkapazitäten europaweit. Rund 70 Prozent der deutschen Onshore-Windkapazität und fast die Hälfte der Solarkapazität speisen bereits in E.ON-Netze ein. Bis 2030 soll das bereinigte EBITDA auf 13 Milliarden Euro steigen.

Die Dividende wird am 28. April 2026 ausgeschüttet, der Ex-Tag ist der 24. April. Den nächsten Quartalsbericht legt E.ON am 13. Mai 2026 vor. Bis dahin dürfte die Entscheidung der Bundesnetzagentur Ende März der entscheidende Kurstreiber sein — sie bestimmt, zu welchen Konditionen E.ON seine milliardenschweren Netzinvestitionen refinanzieren kann.