E.ON setzt auf die wachsende Wechselbereitschaft deutscher Haushalte. Wer bereits Wärmepumpe, Solaranlage oder E-Auto nutzt, will weg vom starren Festpreis. Das eröffnet dem Essener Konzern neue Ertragschancen im Bereich der Kundenlösungen.
Abschied vom klassischen Festpreis
Traditionelle Stromverträge mit langen Preisbindungen verlieren an Attraktivität. Mehr als die Hälfte der Haushalte mit eigener Energiewende-Technik zeigt sich offen für flexible Modelle. Jeder vierte dieser Nutzer kann sich sogar den Umstieg auf rein dynamische Tarife vorstellen.
Ein Drittel der Befragten bevorzugt eine Kombination: Festpreise gepaart mit smartem Energieservice. E.ON-Manager Martin Endress sieht darin einen Vorteil für das gesamte System. Solche Tarife schaffen Anreize, Strom dann zu verbrauchen, wenn er günstig und reichlich vorhanden ist. Das entlastet parallel dazu die Netze.
Technik als Nadelöhr
Der Erfolg hängt an der Hardware. Ohne intelligente Messsysteme lassen sich zeitvariable Preise nicht präzise steuern. E.ON meldet hier einen wichtigen Fortschritt. Als erster deutscher Versorger hat das Unternehmen die Marke von einer Million installierten Smart Metern überschritten.
Besonders bei Eigenheimbesitzern mit Photovoltaik ist das Potenzial groß. Laut Umfrage besitzen 55 Prozent der E-Auto-Fahrer bereits eine eigene Solaranlage samt Speicher. E.ON positioniert sich hier verstärkt als Anbieter integrierter Infrastruktur statt als reiner Stromlieferant.
Konsolidierung auf hohem Niveau
An der Börse herrscht derweil eine Atempause. Die E.ON Aktie notiert aktuell bei 18,11 Euro. Das entspricht einem leichten Tagesminus von 0,44 Prozent. Das Papier handelt damit rund zwei Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 18,48 Euro.
Der langfristige Trend bleibt intakt. Seit Jahresbeginn verbucht die Aktie ein Plus von rund 10 Prozent. Auf Sicht von zwölf Monaten liegt der Zuwachs sogar bei über 18 Prozent. Der Relative-Stärke-Index signalisiert mit einem Wert von 46,5 eine neutrale Marktlage.
Die steigende Akzeptanz für smarte Tarife stärkt das Segment der Kundenlösungen. Da die Bundesregierung den Rollout der Messtechnik beschleunigt, wächst die Zielgruppe für diese Produkte kontinuierlich. Ob sich dieser Trend bereits in den nächsten Quartalszahlen niederschlägt, wird für die Bewertung der Wachstumsstrategie entscheidend.
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